Montag, 23. März 2009

Vom Wahnsinn sozialer Netze

Stefan Pfeiffer, IBM Blue Blog, leitete seinen dortigen Beitrag " Wieviele Profile denn noch? Vom Wahnsinn sozialer Netze" in die Gruppe "Web 2.0 im Unternehmen zu Xing weiter.

Ja, ich bin es auch, Gruppenmitglied bei Xing, und klar, interessiert an allem, was die 2.0 Thematik in Kombination mit Unternehmen betrifft. Da bleibt es nicht aus, mit einem beherzten Mausklick mitten ins Geschehen zu springen. Dachte ich: aufgrund der Überschrift mitten ins aktive Geschehen sozialer Netze in Unternehmen eintauchen zu können.

Ich habe die Beiträge auf Xing gelesen, ich habe den ursprünglichen Blogbeitrag auf IBM Blue Blog gelesen, ich bin unsanft gelandet, weit entfernt vom vermuteten gelebten sozialen Netzwerk.

Schlicht und ergreifend handelt es sich darum, dass "man" erst fast freiwillig, dann gezwungenermaßen (weil Geschäftspartner dazu einladen) auf mehr und mehr Plattformen sein Profil hinterlegt und dann eben die Plattform oder Anwendung fehlt (oder auch nicht), die alles schön bündelt, von der aus geplagter Profilanleger steuern kann, was wo wem zu zeigen ist. Oder wie man mit all den Profilen denn da noch sein Adressbuch pflegen soll.

Ein paar Antworten:
  • Ein Metanetzwerk muss her, welches Daten aus versch. Plattformen aggregieren und verändern kann.
  • Meines Erachtens bedarf es eines Dienstes / einer Software die mein "Meta" Profil verwaltet und mittels jeweiliger API die Konten mit den jeweils ausgewählten Datensätzen "füttert".
  • Auch ich favorisiere eher eine Schnittstelle.
  • ... das meta SN (wenn man so willl) mit OpenSocial ...
  • ...die hauptdaten auf einem server oder zuhaus liegen und nach diversen protokollen in teilen und formaten und zu diversen zeiten remote erneuert werden...
Um es vorweg zu sagen: ich bin überzeugt, dass obige Antworten / Meinungen wichtig sind und formuliert werden müssen. Das grundsätzliche Problem werden sie jedoch nicht beseitigen.

Denn sie helfen uns nicht zu klären: wie gehe ich als Anwender/-in mit sozialen Netzen um? Wo bringe ich mich ein, wo grenze ich mich ab? Wo vermische ich Geschäftliches und Privates? Von welchem Netzwerk verabschiede ich mich?

Unweigerlich muß ich an einen Satz denken, den meine Mutter mir als Kind des öfteren sagte: wenn andere in den Rhein springen, tust du es dann auch? Ich habe es beruflich getan und hier an anderer Stelle bereits kurz erwähnt: "Damals" begegnete mir im Kollegenkreis die verblüffte Frage "Wie, du bist noch nicht in Xing?" - Sie glauben doch, ich war flugs drin, dem Leitsatz meiner Mutter zum Trotz.
Letztes Jahr erstaunte sich ein Kollege: "Was, du hast nur xx Freunde?" Ich war schon kurz davor, mich sozialnetzinkompetent zu fühlen, als ich dann doch noch die Kurve hinbekam und zu meiner moderaten Sammlerei stand.

Natürlich ist es nicht ganz so einfach, gegen den Strom zu schwimmen, sind wir doch alle derzeit heftigst bemüht, den 2.0-Dampfer in Fahrt zu bringen und von daher per se genötigt, möglichst viel Dampf zu erzeugen. Werden wir etwas bewirken, wenn wir Briketts gegen Kohle, dann gegen Holz und dann doch lieber wieder gegen Brikett austauschen? Dampfen wir auf der Stelle vor uns hin, das aber aus allen Rohren?

Ein "Metanetzerk" wird die Frage, wie wir (in welcher Rolle auch immer) mit sozialen Netzen (in Unternehmen) umgehen, schwerlich lösen. Vielleicht anders verwalten helfen. Der Wahnsinn könnte bleiben, aber nicht der der sozialen Netze - der Wahnsinn, Probleme mit neuen Werkzeugen lösen zu wollen. Obwohl man's inzwischen doch wahrlich besser wissen müsste.

Und das war's, man möge es mir nachsehen, was meinen Unmut erregte: soziale Netze können schwerlich wahnsinnig sein.

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