Sonntag, 12. April 2009

Ich wurde gelobt - mein Ostergeschenk

Wer in meinem Blog vorbeischaut oder meine Tweets liest, hat vielleicht mitbekommen, dass ich mit einem 10-Jährigen gemeinsam Travianer spiele.
Es handelt sich um ein Browserspiel, in dem die kleine Hauptfigur einen Beruf erlernt, ihn verfeinert und durch den Verkauf der Produkte Geld einnimmt. Dies wiederum ermöglicht den Erwerb besserer Werkzeuge.
Zudem kann man durch Gemeinschaftsaktionen wie gemeinsames Essen oder Spülen Sozialpunkte erwerben. Diese setzt man dann zum Hausbau und für die Inneneinrichtung ein. Pädagogisch höchst wertvoll, oder?

Wir spielen, weil es uns Spass bereitet. Hat auch den Vorteil: der Kleine darf ja nun nicht so oft an den Computer wie die Großen, also sorge ich dann zwischendurch immer dafür, dass genug Geld und Punkte hereinkommen.

Klassisch die Situation, als wir starteten: während ich vorschlug, das Handbuch zu lesen, legte er sofort los und entdeckt Dinge, auf die ich auch durch Lesen des Handbuches nicht gekommen wäre. Schon digital nativ-reif: wir befinden uns in der 2. Generation, was das Erscheinen eines nebulösen Umhangs bewirkte. Fragen in beiden Gesichtern. Die Sache mit dem Handbuch wollte ich dann doch nicht vorbringen, und er hatte auch schnell eine Lösung parat: "Ich frag mal einen Freund (im Spiel = Netzwerk), wozu hat man denn Freunde!" Zum Glück war er sofort ins Schreiben vertieft, so dass er meine Sprachlosigkeit nicht mitbekam.

Im Programm lassen sich auch Nachrichten versenden; er nutzt dies meist, um mich darauf hinzuweisen, ich soll unbedingt spülen lassen, es gebe doppelte Sozialpunkte oder ähnlich. Schon manches Schmunzeln lösten seine Nachrichten bei mir aus.

Jetzt war er eine Woche unterwegs, und ich habe heftigst Holz gehackt, gespült und an Gemeinschaftsessen teilgenommen. Beim heutigen Aufruf waren dann die meisten Sozialpunkte verbraten, und das Badezimmer um eine Toilette bereichert, das Esszimmer schön dekoriert und ein neues Bett gab es auch.

Das Schönste aber, und das beschert mir ein unvergessliches Ostern, war seine Nachricht:
"Super arbeit Ellen. Ich konnte leider nicht weil wir kein Internet hatten. Wenn du willst kannst du eine Pause machen. Dein ..."

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