Dienstag, 18. August 2009

#7: Mein zweiter Anlauf in Second Life: Charakterzüge?

Fällt Ihnen an diesem Bild etwas auf?

Genau, Jule trinkt und ist anders gekleidet.

Nein, es war keine geplante Einkaufstour. Aber irgend etwas ist da geschehen? Während die reale Person hinter Jule zwar preisbewußt, aber eher keine "Schnäppchenjägerin" ist, sich auch nicht an online-Aktionen beteiligt, scheint offensichtlich mit dieser realen Person, sprich mir, etwas zu geschehen.

Dass es in Second Life vieles kostenlos gibt, erfuhr ich im bisherigen virtuellen Leben. Dass nicht alles meinem Geschmack entsprach, spiegelt das reale Leben. Dass ich aber inzwischen mal eben so im Vorbeigehen Ausschau halte, ob es hier etwas umsonst gibt - also ehrlich, das überrascht mich dann doch schon.
Wie sonst kann es geschehen, dass mein realer Blick während der Teilnahme am Arbeitskreis E-Learning im 3D Internet flugs abgelenkt wird (zugegeben, ich war kurz von den Pfaden abgekommen) und ein Objekt "kostenlose T-Shirts" entdeckt. Klick - Objekt im Inventar.

So dreist, Jule während des Arbeitskreises direkt auf Genome Island umzuziehen, war ich dann doch nicht und hab's heimlich für mich an meinem provisorischen Aufenthaltsort am Meer getan.

Aber schön ist's, das T--Shirt, oder?

Und zeugt davon, dass auch ich dort war. Falls das irgendwann einmal wichtig sein sollte.


Nun könnte ich ja mit einer einmaligen spontanen "Klickaktion" zurecht kommen, aber es blieb nicht dabei. Mein nächster Aufenthalt im Berlin der 20-ziger Jahre (sehr schön gemacht) beförderte einen Regenschirm in mein Inventar (damit in die Luft zu gehen und zu fliegen ist cool - man sehe mir das saloppe Wort nach) und meine aktuelle Reise stillte Durst und Hunger: an einem Obststand entschied ich mich für einen Pfirsich. Den kann ich jetzt unermüdlich Jule darreichen.

Fazit:
Sollte ich in meiner virtuellen Existenz nicht erahnte Charakterzüge ausleben? Wohin mag das führen, wenn Jule jeden Tag älter wird?
Nein, soweit will ich dann doch nicht gehen. Lasse ich jetzt einfach den Spass beiseite, den dieses spitzbübische Entdecken bereitet, dann nehme ich etwas ganz anderes wahr: das spielerische Element, sei es Entdecken von potenziellen Inventarobjekten oder eine neue Location, nehme ich als enormes Potenzial für Lernaktivitäten wahr. In Gedanken formen sich Alternativen zu Lernszenarien, die ich in der Vergangenheit erstellte, sei es in Präsenz- oder online-Form, verbunden mit "dieses oder jenes kann man in einer virtuellen Umgebung aber intensiver trainieren".
Zum Schluß des heutigen Fazits möchte ich verraten, wo ich den Pfirsich ergatterte: es war eine Meldung in meinem RSS-Feed E-Learning in virtuellen Welten, der mich aufmerken ließ: "Ökologisches Dorf in Second Life - Etopia Island. Video zur Vision eines nachhaltig arbeitenden Dorfes. Aufgebaut in Second Life. Sustainable Education in Second Life".
Und nach Etopia Island zu gehen, und nicht nur des Pfirsichs wegen, möge das Video verdeutlichen.

Kommentare:

  1. Liebe Ellen, dein Beitrag zu den Erlebnissen deines Alter Ego in Second Life hat mich sehr amüsiert, schon erstaunlich, welche Verhaltensmuster da plötzlich erscheinen ;-). Ich bin da zwar auch angemeldet, aber nachdem ich schon anfangs Probleme hatte, mich zu meinem Gesprächspartner an der Bar in der Education Lounge auf einen Stuhl zu setzen, hab ich SL dann nicht mehr aufgesucht. Das Video Fundstück, das du hier vorstellst, hat mich motiviert, da wieder mal auf Erkundungstour zu gehen, denn das Potential für Education ist immens. Danke für deinen netten Bericht, bin schon gespannt, wie es weiter geht mit Jule ;-)
    Liebe Grüße aus dem RL
    Sigi

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  2. Liebe Sigi,
    Danke Dir für Deine lieben Worte und mein Vorschlag: dann treffen wir uns einfach mal virtuell - so viel voraus bin ich ja dann auch noch nicht.
    Lieber Gruß Ellen

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