Montag, 24. August 2009

#9: Mein zweiter Anlauf in Second Life: Begegnung

Ein wunderschöner Sommer-Sonntag, und Jule ganz alleine auf ihrem Stuhl wartend, dass ich mich ihr wieder widme?
Nein, so ganz alleine wollte ich meinen Avatar dann doch nicht das Wochenende verbringen lassen; doch im Grunde waren es weniger symbiotische Tendenzen zwischen Jule und mir, sondern eine Mail, die in meinen Postkorb flatterte:
"Bitte besuche diese anspruchsvolle Austellung im Virtual-Museum of Art - dem Gottfried Helnwein Museum."
Ganz die "Fachfrau" kann ich sagen: SLURL gleich mitgeliefert - wer teleportiert da bitte nicht? Zumal ich in einigen Beiträgen ohnehin schon von der Tschernobyl-Ausstellung gelesen und mir einen Besuch vorgenommen hatte.
Die Einladung erhielt ich vom Virtual Museum of Art, das neben oben genannter Ausstellung die Werke von Gottfried Helnwein präsentiert. Wie kann man die Zeit, die ein Hefeteig benötigt, um zur gewünschten Reife zu "gehen", besser nutzen;-)
Also flugs auf den Weg gemacht zu meinem ersten Museumsbesuch in Second Life. Ich erlebte Beeindruckendes, Bedrückendes, Erfreuliches - eine interessante Mischung der Gefühle, die ich derart in der Virtualität bisher nicht wahrgenommen habe,
Beeindruckend das Museum als solches; ein prachtvoller Bau, durch den die Avatare mittels Wegweiser geführt werden. In den hohen Räumen kam sich meine Jule, eh schon nicht groß, ziemlich verloren vor, und wer sich obiges Bild anschaut, erkennt, dass es sich auch nicht um einen der hellsten Orte des virtuellen Universums handelt.
Daher bedrückend: im eh schon düsteren Ambiente heftige Bilderkost - in allen Räumen, die ich aufsuchte. Dass Tschernobyl an mir nicht spurlos vorübergehen würde, war mir im vorhinein bewußt. Doch auch die weiteren Exponate wirkten auf mich "sehr intensiv".
Erfreulich, ja fast schon euphorisch leuchteten daher meine Augen, als ich einen anderen Avatar erblickte, und routiniert auf den Namen (die stehen ja stets über den Avataren) schaute: ein bekanntes Gesicht! Steward Drumbeat kreuzte meinen einsamen Weg, welch eine Freude. Und meine erste nicht geplante Begegnung im riesigen Universum von Second Life. Man möge sich das vorstellen: an recht vielen Orten bin ich bereits gewesen, und nicht nur mit einem kleinen Zwischenhopser teleportiert, sondern richtig herumgelaufen. Selbstverständlich kreuzte ich den Weg anderer Avatare - doch so jemand ganz Fremdes anzusprechen, kommt noch nicht selbstverständlich daher. Nun jemand Bekanntes im Museum zu treffen - tolles Erleben. Ein paar Worte gechattet, von Mensch zu Mensch wohlgemerkt, einen schönen Sonntagabend gewünscht, und schon war wieder ein kleines Netz fester gezurrt in der vermeintlichen Anonymität des Internet.

Fazit:
Ich war überrascht, wie intensiv die Ausstellung auf mich wirkte; weiter gedacht: wie intensiv sich Sachverhalte, Kunst und mehr im virtuellen Raum vermitteln lassen.
Ich bin begeistert vom Museumsbau - einfach Klasse gemacht.
Ich glaub, ich bin noch Anfängerin, lieber Steward. Deine Nachricht in Twitter (Filterraum), dass Du gerade an mir vorbeigelaufen bist, habe ich gar nicht mitbekommen - soweit bin ich doch noch gar nicht: in Second Life rumlaufen und gleichzeitig twittern, das ist doch fortgeschritten, oder?
(Nebenbei bemerkt: der Hefezopf ist auch gelungen)

1 Kommentar:

  1. och, ich würd dass nicht als fortgeschritten bezeichnen, sondern als eine von vielen möglichen nutzungsvarianten. hat mich auf jeden fall sehr gefreut dich ungeplant zu treffen =).

    an dem beispiel sieht man sehr schön, dass es ein unterschied ist bilder in einem webkatalog (2D) zu betrachten, oder diese in einer entsprechenden 3D umgebung wirken zu lassen!

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