Donnerstag, 3. September 2009

Von sprachlichen "Ritualen"

"How to kill an online community..."
Es war der bekannte Tropfen auf den heißten Stein, als ich diesen Satz las. Beileibe nicht der einzige, meist in Überschriften als Top-Aufhänger verpackt.

Krieg gegen irgendetwas führen und Anwendungen killen, Entscheidungen in War-Rooms austragen, das schreibt sich offensichtlich locker herunter und spricht sich bedenklich flott aus, die Liste meiner Sammlung aus RSS-Abos zu Bildungsthemen, Themen rund um Web 2.0, Enterprise 2.0.wächst und wächst.
Nein, wuchs, denn ich habe sie gelöscht - ich will keine Sammlung militaristischen Sprachgebrauchs, wenn ich mich mit Social Software, Education, Bildung etc. beschäftige. Im Grunde überhaupt nicht, aber in Bildungszusammenhängen erst recht nicht.

Brauchen wir diese Sprache? Müssen wir aus "kriegerischem Wortschatz" schöpfen, um Vorgänge, Absichten zu beschreiben?

Wäre das nicht eine Vision, die schon heute real werden kann: wir verzichten auf diese Sprache!

Kommentare:

  1. Hallo Ellen,

    schon lange betrübt mich die Militarisierung in Bildungskontexten. Denke man doch einmal an schon längst gebräuchliche Formulierungen, wie: "Strategie", "FRONTalunterricht", der Lehrer als "Einzelkämpfer", in der "Front" die Klasse etc. Schleichend sind dies Stumme Zeugen die immer wieder betrüblich stimmen. Von daher sprichst Du mir hier aus der Seele.

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  2. Hallo Andreas,
    Danke Dir für Deinen Zuspruch; ein wichtiges Zeichen für mich, dass ich nicht an "Überempfindlichkeit" leide. Achten wir gemeinsam drauf, ja?
    Gruß Ellen

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