Samstag, 10. Oktober 2009

#15: Mein zweiter Anlauf in Second Life: eLearning Arbeitskreis auf Exkursion

Der 08. Oktober anno 2009 wird sich wohl dauerhaft als prägnantes Erlebnis in Jule's Avata-Gedächtnis etablieren: Premiere als Impulsgeberin im 7. Arbeitskreis eLearning in Second Life.

Während Jule mit avatarischer Gelassenheit bei Vorbereitungen und Durchführung ihre Position wahrte - nicht immer, doch dazu später - war für mich das Unterfangen nicht ganz so locker - neue Aspekte der virtuellen Welt galt es zu berücksichtigen.


Vor einer Weile wurde ich durch eine News auf Etopia aufmerksam, auf das erste ökologische Dorf in Second Life, und das Auftauchen des Begriffs eLearning im Bericht ließ mich naturgemäß neugierig werden. Ein Video von Etopia hatten Jule und ich bereits hier im Blog präsentiert. Der Bogen war rasch gespannt: Etopia im Arbeitskreis vorzustellen und die Lernmöglichkeiten zu reflektieren könnte interessant sein. Fanden auch die Organisatoren von SLTalk. Der 08. Oktober war flugs terminiert und bescherte infolge der Zeitnähe Beschluss - Termin Jule und mir etliche gemeinsame Stunden auf Etopia Island: von Anbeginn fanden Jule und ich es nämlich reizvoll, mit dem Arbeitskreis eine Expedition auf der Insel zu unternehmen und das Angebot auf die Aspekte Lehren und Lernen, wie sie der Visionär hinter Etopia als Anspruch formuliert, zu prüfen.
Und so sollte der Abend dann ablaufen: kurzer Vortrag auf Kybernetik, Einteilen in Gruppen und Aushändigen der Notecards mit Exkursionsempfehlungen, Teleport nach Etopia und auf zur Exkursion.


Obwohl Jule ja inzwischen gelernt hat, geradeaus zu gehen, war es uns beiden doch schon daran gelegen, einige Detailabsprachen und Bedingungen im voraus zu klären. So fanden sich ein paar Tage vorher Jule, van Zadark und zu Jule's und meiner Freude auch Dora Quar zur gemeinsamen Vorbereitung zusammen. Die Fakten waren flugs besprochen - zügig ging es zu einem gemeinsamen Ausflug. Immerhin muß eine Expedition auf Machbarkeit geprüft werden.
Dass wir uns dann zu einem Gruppenfoto in einem Paßbildautomaten drängelten (der schwarze Strich an der Seite ist ein Bein von van Zardak), stand zwar nicht in unmittelbarem Lernzusammenhang, tat dem gemeinsamen Exkursionsvergnügen aber keinen Abbruch. Und brachte mir die richtige Portion Entspannung vor der Premiere.

Dank an Dora Quar für das Foto, das beweist: es ging tatsächlich los - mit leichtem Grummeln im Bauch, denn Dora und Jule hatten vorher festgestellt: kein Teleport nach Etopia funktioniert korrekt, sondern führte schnurstracks unter Wasser. Dem einmal entstiegen, konnten Dora und Jule sich zwar in die Augen blicken, jedoch nicht am gewünschten Zielort.
Kein Problem, beschlossen wir. Wir sagen dies den Teilnehmenden, krabbeln aus dem Wasser und marschieren gemeinsam zum Startpunkt.

Denn:
mittels 4 Fortbewegungsarten sollte die Insel erkundet und die Aufgaben der Notecards bearbeitet werden: zu Fuß, mit Bahn, Gondel und per Fahrrad.

Die Gruppen bildeten sich rasch, und mutig stürzte sich Jule in den Teleport. Wie angekündigt: Landung unter Wasser. Jule krabbelte aus dem Wasser, um festzustellen: sie war weitab von der Stelle gelandet, an der Dora und sie im Probeteleportieren ankamen. Das würde bis zum Startpunkt zu laufen sein, denn Fliegen ist auf Etopia verboten. Zum Glück kann ein nasser Avatar sich ja nicht erkälten, also ging Jule ein paar Schritte auf und ab in der steten Erwartung, dass der Rest des Arbeitskreises den Fluten entsteigt.

Nichts, kein Arbeitskreis eLearning-Avatar. Völlig neues Erleben: auch für einen Avatar können Minuten zu gefühlten Stunden werden. Eine kurze Rückmeldung von van Zardak offenbarte: eine Gruppe befand sich bereits auf Exkursion. Und siehe da, kurz bevor sich Jule auf den Weg machen wollte, waren 2 Avatare an den selben Ort geführt worden. OK, auf dem Weg zum Dorf gingen sie Jule dann verloren, doch die Gewißheit, dass es sich um erfahrene Avatare handelte, beruhigte.

Die Idee, eine Gruppe zu begleiten, war baden gegangen.

In Ermangelung einer Gruppe machte Jule sich zum Abschlußtreffpunkt im Wald auf.



Jetzt galt es zu warten, bis die Gruppen eintrafen.
van Zardak und Dora Quar überbrückten die Zeit sichtbar gemütlich.

Jule lief ein wenig auf und ab - leicht nervös.





Die Nervösität legte sich, als die ersten Anwesenden von einem Mitglied des Arbeitskreises zu einem spontanen Ritt eingeladen wurden.

Man sieht: der Arbeitskreis eLearning in Second Life ist immer in Bewegung.





Man sieht aber auch: wir standen beieinander und tauschten die Erkenntnisse der kurzen Exkursionen aus.

Sehr viel Zeit verblieb nicht, da den Teilnehmenden noch Gelegeneheit gegeben werden sollte, bis zum Online Round Table / Session #2 – Personalization and Learning (hier der Link zum Recording) gegeben werden sollte.

Doch nach Austausch verblieben noch ein paar Minuten zum gemeinsamen Spiel - der Abend fand einen klangvollen Ausklang.

Fazit:
Wer bereits wie ich die Perspektive Referent/-in inPräsenztraining und Online Training z. b. in einem virtuellen Klassenraum erfahren konnte, weiß um die Unterschiede, die sich von Konzeption bis Durchführung strecken. Die Erfahrung in der 3D-Welt ist eine dritte, wertvolle Erfahrung. Vorbereitung (ein nicht unerheblicher Zeitaufwand) und Durchführung erlebte ich als intensiven Prozess, der hohes kreative Potenzial der Gestaltung in sich birgt. Verglichen mit einer Online Session oder einem Webbased Training sehe ich ein schon kaum fassbares Repertoire methodischer Möglichkeiten. Hier die richtige Mischung zu finden bedarf der Übung und der wertvollen Unterstützung in Netzwerken.
Die liebe Technik, wer kennt es nicht! Unwägbarkeiten sind nun einmal vorhanden, aber mußte das direkt bei der Premiere sein? Und doch, wenn ich es unter die Rubrik Technik packe: ich habe gelernt, Schilder aufzustellen, mit eigenen Bildern zu versehen, Notecards zu schreiben und diese auch noch auf den Schildern zu plazieren. Jule ist stolz auf mich.
Das "Referentinnendasein" mit anderen Avataren erlebte ich anders als in einem virtuellen Klassenraum: fast so, als würde man sich tatsächlich ins Avatarauge blicken können. Direkter, unmittelbarer. Wie es sich später einmal in Lernszenarien gestaltet, wenn Teilnehmende ihre eigenen Wege gehen, nicht nach Arbeitsauftrag vorgehen oder Ähnliches - das muß sich zeigen. Aber mir ist ein Hopser in die Luft allemal lieber als stummes Kopfhängenlassen (das machen die Avatare nämlich, wenn sie über längere Zeit nicht bewegt werden).
Ein Teil meiner Planung ging nicht auf - das bedauere ich, weil ich dadurch nicht erfahren konnte, wie sich die Exkursion einer Gruppe gestaltete, ob das Bearbeiten der Aufgaben möglich war, das "didaktisch-methodische Konzept" dieses Abends paßte. Als Verfechterin der Auffassung, dass Technik bitte schön nichts anderes ist als ein Transportmittel, das mich zu dem Ziel bringt, das ich ansteuere, erlebte ich es wieder einmal (diesmal in Second Life): sie drängelt sich einfach immer vor, diese Technik.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen