Donnerstag, 31. Dezember 2009

#18: Mein zweiter Anlauf in Second Life : Jule ist groß geworden

Das bevorstehende Jahresende trifft sich gut mit der Ankündigung, meine kleine Serie über meinen 2. Anlauf in Second Life zu beenden.

Um es gleich zu sagen: die Serie endet, aber das mit dem virtuellen Leben, also der Jule Tenenbaum und mir, das wird weitergehen.

Ehrlich gesagt: hätte ich nicht unbedingt vermutet. Gut, diejenigen, die die Berichte verfolgten, wissen: es steckte und steckt ein Projekt hinter diesem 2. Anlauf und damit ein hohes Maß an Motivation. Ein gänzlich anderer Antrieb als beim ersten Anlauf, bei dem ich im Grunde nicht so recht wußte, was ich dort in der virtuellen Welt sollte, wenn ich denn mal irgendwo landete.

Ziel vor Augen gestaltet dann doch vieles anders. Ich gestehe: auch wenn jetzt vielleicht einige 3D-Welt-Anhängende kritisch die Stirne kräuseln: lassen wir mal die Jule und das Projekt weg, sozusagen ich als Privatperson. Doch, ich wäre eher nicht in der virtuellen Welt unterwegs, ich wüßte nicht, was ich dort sollte, nur diesmal würde ich mich würdevoll von meinem Avatar verabschieden und die Jule nicht einfach so rumsitzen lassen. (Übrigens sind Avatare treu: mein erstes virtuelles Geschöpf gibt es in der Tat noch.)

ABER: ich habe dran geschnuppert, an den Möglichkeiten, die virtuelle Welten für Bildung - Lernen bieten können, ich habe sogar schon meinen Finger in den großen Topf gesteckt, in dem die 3D eLearning Suppe brodelt. Ich habe genascht. Das ist fatal, denn es schmeckt, ist in den Geschmacksrichtungen so facettenreich, dass ich einzelne Gewürze zwar ausmachen konnte, das Rezept dahinter aber noch nicht erfasst habe.

Was bleibt mir übrig: ich muß dranbleiben an der virtuellen Weiterbildung, mehr noch: ich will es, weil ich zunehmend die Überzeugung gewonnen habe: lehren und lernen in 3D Welten bereichert das Büffet der Lernmethoden und vor allem potenziellen nachhaltigen Lernerfolgs in großem Maße.

Darüber werde ich weiter berichten, den (siehe oben) ich habe ja erst genascht.
So ganz persönlich zur Jule und mir: inzwischen sind wir recht vertraut miteinander, haben uns in den letzten Tagen sogar ein wenig im Bauen versucht. Das stand eigentlich nicht auf dem persönlichen Plan, aber der Anreiz wegen der unvermuteten Nähe zu meiner Zeit als WBT-Produzentin war groß. Dass die Grundfähigkeiten (Geradeausgehen, Kameraführung etc.) immer besser wurden versteht sich. Da kommt er dann auch wieder, der Spaßfaktor. Es ist einfach etwas anderes, wenn man's kann. Predigen wir ja auch den Kindern.

Eine besondere Erfahrung ist mein firmeninternes Projekt - ich hoffe, im kommenden Jahr ein wenig darüber berichten zu können. Soviel sei aber verraten: ein Rollenspiel in einer virtuellen Umgebung zu realisieren ist schon eine Herausforderung. Erst recht, wenn es die eigene Idee ist (= doppelter Ansporn). Was alles hinter dem "Einrichten" einer Insel steckt - unglaublich. Wie ein Drehbuch anzugehen ist (im Vergleich zu WBT) - kreativer Schub. Was alles möglich ist - faszinierend. Was nicht möglich ist - verblüffend. Wäre ich theatralisch veranlagt, könnte ich doch glatt voll der Begeisterung ausrufen: dass ich das nach all den Jahrzehnten Berufsleben noch erfahren konnte.

Das war's dann mit dem 2. Anlauf, denn nun sind die Jule und ich mittendrin. Ich werde nicht wissen, was die Jule Tenenbaum am Silvesterabend so treiben wird - ich werde im realen Leben bleiben. Doch beide wünschenwir allen einen guten Start ins Jahr 2010, aus dem wir uns wieder melden werden mit Interessantem, Neuem, Kreativem und mehr rund um's 3D eLearning.

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