Montag, 1. März 2010

Erfordert das digitale Zeitalter eine neue Pädagogik?

Die Antwort auf die Titelfrage liefert die hervorragende Präsentation von Steve Wheeler.
Umrahmt von hervorragenden Zitaten geht es um die zentrale Fragestellung: "Is learning simply about gaining knowledge or making connections?" (Slides 12 und 13)

Kein Zweifel - die Antwort findet sich in der Präsentation.

Kommentare:

  1. Ja, sehr schöne Präsi. In meinen Augen die beiden zentralen Botschaften:
    1. Das Bildungssystem kann nicht reformiert, sondern muss ersetzt werden.
    2. Informelles Lernen wird immer wichtiger und muss mit dem formellen mingeln.
    Das ist für uns nicht neu, kann aber nicht oft genug wiederholt werden, denn es ist für diejenigen, die im Bildungssystem die Steuerung haben, noch ziemlich unbekannt.

    Aber für uns wird es langsam Zeit, sich mal um Strategie zu kümmern: Wie kriegen wir es?

    Wo ich Diskussionsbedarf sehe:
    Die Unterscheidung zwischen den Funktionen von Blogs und Wikis ist mir zu holzschnittartig. Sie bildet nicht ab, was in Blogs geschieht. Wenn in Blogs vornehmlich das "Selbst" sich präsentiert, was machen wir dann hier bei Dir??? Und auch mein eigenes Blog läuft pfeilgrad ausm Ruder nach dieser Def.
    Die Trennung zwischen "Subjektausdruck" und "objektivem Wissen" ist m.E. das Problem, das zu einer solchen nicht sehr brauchbaren Unterscheidung in Tools führt. In beiden wird "Wissen konstruiert". Aber auf verschiedene Weise. Was das heißt, kommunizierend und kollaborativ Wissen zu konstruieren, muss man noch viel genauer betrachten. Klar ist: In Blogs geschieht es ANDERS als in WIKIS. Viel mehr ist noch nicht raus. Die Idee (für 3.0) einfach einen Überschneidungsraum von Blog und Wiki zu modellieren, hat was. Auf der Seite von Blogs müssten dann auch noch andere PLE-Tool stehen (social Bookmarks), und auf der Wikiseite etherpad, aber Diigo mit dem gemeinsamen Kommentieren von gebookmarkten Dokumenten im Netz? Wohin damit? - Man sieht, dieses Modell ist ein erster Beginn und könnte noch wachsen.
    (Nach der Funktionszuschreibung von Wheeler dürfte ich hier im Blog gar nicht so ausführlich als Kommentar meinen Senf geben. Ich müsste stattdessen in meinem eigenen Blog mein "Self" dran binden, oder aber ein Wiki aufsetzen zur Strategiediskussion ;-))

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  2. Und was auch oft zu kurz kommt in der Diskkussion um eine neue Lernkultur: Im Zusammenhang mit einem anderen Umgang mit Wissen wird auch der Wissens- und Bildungsbegriff selber umdefiniert.

    Wissen ist heute nicht mehr das, was sich einzelne Autoritäten im stillen Kämmerlein ausdenken und am Schluss zwischen zwei Buchdeckel pressen (vgl. auch Weinberger: "Das Ende der Schublade"). Wissen ist u. a. auch das, was in Dialogprozessen permanent ausgehandelt wird. Somit macht es Sinn, den Wissensbegriff zu verflüssigen und Wissen als dynamischen Prozess anzusehen, wo es auch Platz hat für unterschiedliche Wahrheiten und wo die Dialog- und Wissensgenerierungsprozesse einen ebenbürtigen oder sogar zentralen Stellenwert erhalten.

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  3. @Lisa Rosa
    In der Tat, das Modell ist ein Anfang, ich finde ein hervorragender mit den beiden zentralen Aussagen, die Du hervorhebst. Ist Dein Kommentar nicht schon ein weiterer wichtiger Baustein? Danke Dir dafür

    @Max'IKT-Blog
    Wie wahr, wie oft wird Wissen als dynamischer Prozess angesehen, wenn's denn nur von denen im stillen Kämmerlein vorgedacht wurde - vermeintlich ;-)

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