Montag, 17. Mai 2010

Was sind die besten “Apps for Learning”?

"Nennen Sie uns Ihre drei Favoriten." Ermuntert Gastgeber Dr. Jochen Robes in der neusten Ausgabe des Wissens Wert Blog Carnival.

Gar nicht so einfach zu beantworten, stelle ich mit einem Blick auf die bunten Icons meines mobilen Gerätes fest. Nun gut, für die Leser und Leserinnen der knappen Information seien denn meine 3 (derzeitigen) Favoriten benannt:

Mein Twitterfavorit ist Twittelator - ich gönnte mir die Pro-Version. Die Applikation kommt in eher nüchternem Design daher, bietet aber etliche Funktionen, die ich schätzen lernte: Antworten, RT, Direct Message lassen sich flott aufrufen und ausführen, äußerst wertvoll die Möglichkeit, Tweets zu speichern (bei Bedarf in Ordnern sortiert) oder per Mail zu senden neben zahlreichen weitere Funktionen wie Einblicke in meine Listen, meine Favoriten oder die ausgewählter Follower, falls vorhanden Erläuterungen zu Hashtags und vieles mehr.



Fast unverzichtbar geworden: Read it Later, sowohl auf Mobilphone als auch Computer mein kleines Sammeltool, in dem ich interessante Sites zwischenlagere.



Endlich Schluß mit 1000 Zetteln bedeutet diese ToDo-Applikation für mich. Selbstverständlich lassen sich die Meldungen ebenso erfolgreich ignorieren wie herumliegende Zettel - das ist dann eher eine Frage des persönlichen ToDo-Managements. Die einfache Handhabung läßt Aufgaben flugs notieren, Kategorien zuordnen und Dringlichkeiten vermerken. Wer nicht ständig durch eine hervorgehobene rote Zahl an ausstehende Aufgaben erinnert werden will, ist genötigt, die Timelines stets neu zu setzen. Da läßt sich die Aufgabe dann doch gut in dieser Zeit erledigen. Besonders motivierend die Kennzeichnung, wenn die Aufgabe erledigt wurde: ein üppiger Done-Stempel spricht das Lob aus.

Dies nun sind meine 3 Favoriten, die mehr mit meiner Produktivität, denn mit Lernen zu tun haben. Ist dem so? Nicht ganz, denn ich stellte fest: diese fast grenzenlosen Möglichkeiten mit den Applikationen auf dem Mobiltelefon sind Lernen pur. Darüber möchte ich nun, angeregt durch die Blog Carnival Fragestellung, ein wenig berichten.
Meine ersten App-Schritte fanden auf einem eher älteren, aber durchaus internetfähigen Mobiltelefon ohne den Zusatz "i"statt. ObwohlDetails infolge des kleinen Display eher nicht erkennbar waren, keimte doch die Ahnung auf: das könnte nicht nur Spaß bereiten, sondern auch durchaus nützlich in den Alltag einzubetten sein. Über ein Windows mobil basiertes Telefon, das ich leider in Ermangelung einfacher Handhabung und begrenzter Applikationen aufgab, nun das schier unerschöpfliche Universum der "iApps".

Fast grenzenlose Begeisterung lösen bei mir Applikationen aus, mit denen ich mein näheres Umfeld erkunden kann: Meine Stadt, Wiki2Go, Layar, ein Augmented Reality Browser ebenso wie Navid3DX und Robotvision und einige mehr führen dazu, dass mein persönliches Umfeld gemeinsame Ausflüge mit mir eher als unattraktiv empfindet. Wer will schon mit jemand unterwegs sein, der / die allerorten stehenbleibt, um soeben entdeckte Wikipedia-Einträge vorzulesen oder auf das Display des Telefons zu starren, um die Realität wahrzunehmen. Mobiltelefon ersetzt Reiseführer? In gewissem Sinne schon, denn ich erhalte nicht nur vielfältige Informationen, sondern zudem den optimalen Weg zu neu Entdecktem. Ich brauche also nach meinem Vortrag nur meinem Telefon hinterherlaufen. (Es fehlt mir allerdings noch die App, mit der ich mein verloren gegangenes "Umfeld" wiederfinde.)

Erbarmungslos lasse ich die Navigationssoftare NDrive DACH (die kleine Version für 2,99) gegen mein reguläres Navigationsgerät antreten. Im Dauerstreckentest gewinnt mein Navigationsgerät, verblüffend aber die Geschwindigkeit, mit der mich mein Mobiltelefon ortet und in die richtige Richtung weist. Für eine, die sich bis vor 1,5 Jahren der Verwendung eines Navigationsgerätes konsequent verweigerte, ist diese Entwicklung doch ein riesiger Lernschritt, oder? Selbstverständlich findet sich auch parkenApp an Bord, nur vergesse ich meist, den Standort des Wagens einzugeben, weil ich ihn eh wiederfinde.

Nicht minder begeistert bin ich von "wirklichen" Lern-Applikationen: Baumbestimmung, Vogelführer und Baustile sollen mir hilfreiche Begleiter durch Natur und in Städten werden und so heimlich beklagte Wissensdefizite ausbügeln helfen. Und die ein und andere Applikation läßt mich flugs ein Vokabeltraining einschieben oder Begriffe nachschlagen (mein Favorit: Linguee). Nicht alles bleibt dauerhaft in meinem Wissensspeicher, aber ich kann eben vieles genau in dem Zeitpunkt nachschlagen, in dem ich es benötige. Und das Mobiltelefon ist leichter als 10 Bücher.

Da ich je nach Thematik als Seniorin gelistet werde, gehören Apps der medizinischen Kategorie vorsorglich auf mein Mobiltelefon. Ob Ärzte- oder Apothekensuche, ob Diagnostik oder Informationen über Tabletten, ich erhalte offensichtlich unbegrenzte Möglichkeiten, mit meinem Arzt / meiner Ärztin künfig in wirklich effiziente Gespräche einzutauchen. Doch ernsthaft, mein Interesse obliegt eher einem beruflichen Hintergrund: die Frage, welche Applikationen es denn so alles im medizinischen Umfeld gebe, findet ihre Antwort in über 3000 Apps. Eins scheint fast sicher: den Sehtest für's Mobiltelefon, den Blutdruckerfasser, das Kopfschmerztagebuch werde ich benötigen, wenn ich alles im Store betrachtet habe. Doch welch Potenzial steckt in diesen Anwendungen: man erfasse seine Blutdruckwerte in der Applikation, die neben grafischer Auswertung zugleich per Mail die Übermittlung an den Arzt bereithält. Auf dem Wege zum digitalen Patienten?


Ja, und auch den CheckIn für den Flug via App habe ich ausprobiert. Und mich schon exotisch dabei gefühlt, statt der Bordkarte die gescannte Version auf meinem mobilen Gerät vorzuzeigen - und das als Frau, in meinem Alter!

Apropos Alter: Spielen auf dem mobilen Gerät kann ich nichts abgewinnen, aber so zwischendurch mal flugs ein Bildchen erzeugen ist Kreativität pur dank DoodleBuddy.





Was bescherte mir der Ausflug in die App-Weiten und -Welten?
  • Die Erkenntnis, das ich in größerem Maße als sonst den Bewertungen anderer über die jeweilige Applikation Gewicht beimesse.
  • Eine Portion "App-Overkill": zu verlockend, ganz viel sofort auszuprobieren, häufig nachzuschauen, was es denn Neues gibt.
  • Überraschenden Ordnungssinn: man muß die Applikationen schon auf den Bildschirmen thematisch ordnen, will man nicht ständig suchen.
  • Verblüffende Kaufempfehlungen aufgrund der getätigten Downloads, offensichtlich (noch) geschlechtsunabhängig, denn ich konnte bereits zwischen 4 Apps zum Binden korrekter Krawattenknoten wählen (ich lud zu Testzwecken "KaufDa" und Barcode-Reader herunter).
  • Entsetzte Blicke meiner Kollegen, als mir rausrutscht: "Aber dafür gibt's doch 'ne App." Ich bin offensichtlich im App-Universum angekommen.
  • Die Erinnerung, das dieses Gerät in meiner Hand offensichtlich so nebenbei auch zum Telefonieren geeignet ist (übrigens lesenswert: "Cellphones Now Used More for Data Than for Calls")
  • Ungetrübte Freude am weiteren Entdecken und Ausprobieren und - damit Lernen


Und jede Menge offene ToDo's, weil ich diesen Post geschrieben habe ;-)

Kommentare:

  1. Eine schöne Übersicht und interessante Einblicke in den App-Alltag! Vielleicht ist es der schönste Nebeneffekt des iPhone, dass es uns neugierig macht, Dinge auszuprobieren ... risikolos, versteht sich!
    Beste Grüße, JR

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  2. Danke schön, Her Robes, ja, die Neugier ist schon so eine Sache...

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