Mittwoch, 4. Mai 2011

Welches neue Lernformat hat Dich/Euch zuletzt begeistert? #opco11

Als Educamperin führten mich die ersten Zeilen von Dr. Jochen Robes zu Erinnerungen an das letzte Educamp: ein mich begeisternde Lern- undWeiterbildungsformat. Doch nicht über das Educamp will ich heute schreiben, sondern über ein anderes Lernformat, dem ich auch in Bremen eine Session widmete, und das mit dem Namen "Enjoy Social Media" verknüpft ist.

Bei der Idee einer Weiterbildung zu Social Media geht es um einen Begriff, den ich im Verlaufe der fast 1-jährigen konzeptionellen Entwicklungen bis hin zu heutigem ersten Pilotkurs leider immer weniger leiden mochte, weil von den beiden Wörtern der Begriff Media und damit die Bedienung vonTools in den Vordergrund gestellt wird. Es ist müßig darauf zu verweisen, dass in Blog- und Konferenzbeiträgen stets betont wird, es gehe um mehr als die Bedienung von Tools.

Und eben dieses Mehr zeichnet das Lernformat Enjoy Social Media aus: welches Werkzeug zum Bloggen, Microbloggen etc. genutzt wird, ist unerheblich. Es ist wichtig zu entdecken und zu erfahren, wie sich Bloggen, Microbloggen etc. "anfühlen", kurz: es geht darum, Social Media in einer Lernumgebung unter Nutzung von Social Media mit den Mechanismen des Social Web erfahrbar zu machen.

Es sei nun ein kurzer Bogen gespannt vom Herbst 2009, als die Idee entstand, Kompetenzen zu definieren, über die Mitarbeitende eines Unternehmens zum Stichwort "Social Media" verfügen müssen (Ergebnis ist eine Social Media Kompetenzmatrix mit Self Assessment), über Februar / März 2010 als ideeler Startpunkt von Enjoy Social Media bis heute, kurz vor Abschluß des ersten Kurses. Da in naher Zukunft vertiefende Informationen (s. u.) den konzeptionellen Hintergrund beschreiben, seien hier stichpunktartig Kernpunkte genannt:

Bei Enjoy Social Media
  • wird nichts gelehrt: es gibt keine Vorträge, PowerPoint-Sessions, Handbücher, ist die Trainingsunterlage im pdf-Format Geschichte. Alle Inhalte sind "offen", das heißt, können (und sollen) von den Lernenden verändert werden
  • ist die Lernumgebung / Community Dreh- und Angelpunkt
    a) für das Bilden eines Personal Learning Network,
    b) als Dashboard für Aufgaben, Wiki, und Blog - kurz alle Formen des User Generated Content und
    c) als Ort der persönlichen Reflektion über das im Social Web Entdeckte und Erlebte
  • steht die Aktivität der Lernenden im Vordergrund: mit den Aufgaben als Etappenziele entdecken sie Social Media und reflektieren ihre Erfahrungen direkt in der Lernumgebung im persönlichen Blog, selbstverständlich kommentiert vom Netzwerk,
  • gibt es keine Tutoren oder Trainer, sondern Begleitende des Lernens (Facilitator).


Jetzt sind das Entwerfen und Realisieren eines Konzepts die eine Seite, das Erleben der Lernenden die andere Seite, und genau dies ist dann die Seite, die auch ein Häppchen Begeisterung aufkommen läßt. Lassen wir Teilnehmende des ersten Pilotkurses kurz zu Wort kommen:
  • "...Und es ist ein schönes Beispiel für Social Networking, finde ich. Alle sitzen 'irgendwo' und bilden trotzdem eine Community!"
  • Aus der Reflektion im persönlichen Blog über die Lernfortschritte im Modul Watch: "...fühle mich im Moment wie ein Anfänger, obwohl ich eigentlich viel im Netz unterwegs bin. Aber halt immer nur auf bekannten Plattformen, daher finde ich es toll, nun was Neues kennen zu lernen."
  • "Durch das fast tägliche virtuelle „Miteinander“ , wächst man sehr schnell zusammen und der Eingewöhnungsprozess und evtl. auch ein wenig Unsicherheit vergehen im Nu."
  • Zum Einsatz von einer geschlossenen Gruppe in Yammer mit dem Ziel, des "Microblogging-Gefühl" zu erleben: "Es ermöglicht den schnellen und kurzen Austausch. Interessante Links sind schnell gepostet und können "zwischendurch" angesehen werden. Durch die Chat-Form rückt das Netzwerk schneller zusammen. Mehrere Personen können gleichzeitig diskutieren - effektiver als bspw. via E-Mail."
Ein erstes Fazit nun zum Abschluss meines Beitrages zum Blog Carnival:
Die Idee einer "Social Learning Environment" in der betrieblichen Weiterbildung ist nicht mehr nur eine Idee, sondern sie hat ihren Platz im Hafen der Weiterbildungsformate gefunden. Sicherlich wird noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten sein, dass es sich bei dieser Social Learning Environment, die die Prinzipien des Social Web als Fundament des Lernprozesses implementiert und selbstverständlich auch auf andere Inhalte denn Social Media übertragbar ist, nicht nur um eine Variante eines Online Tools handelt, das "chicker" als z. B. ein Lernmanagementsystem ausschaut. Hier ist Umdenken gefragt, denn attraktiveres Design der Plattform bei altem Verhalten der Weiterbildungsanbieter macht kein Social Learning aus.

Die Teilnehmenden des ersten Pilotkurses, und der 2. mit internationaler "Besetzung" steht bereits vor der Türe, nehmen auf jeden Fall das Entdeckte schon heute in ihren Arbeitsalltag auf:
"Für mich ist dieses Seminar vor allem deswegen bisher besonders wertvoll, weil ich die Erkenntnisse direkt ausprobieren, aber vor allem auch direkt nutzen und anwenden kann."
Die bisherige Statistik nun spricht ein klares Wort: 12 Blogs mit bisher 61 Posts und 155 Kommentaren - Social Web live.

Wer mehr zur Entstehungsgeschichte von Enjoy Social Media und dem Social Media Kompetenz Assessment erfahren möchte, sei auf das Buch "Personalentwicklung 2.0", herausgegeben von Prof. Dr. Armin Trost und Thomas Jenewein, verwiesen, das, wie ich heute hörte, soeben in Druck ging und ab ca. 10. Mai 2011 auf dem Markt sein wird.

Ganz besonders freue ich mich über die Einladung von Jochen Robes zu OpenCourse 2011 - herzlichen Dank schon an dieser Stelle. Die 2. Woche steht unter dem Motto "Nicht ohne meine Community! Social & Networked Learning". Am Mittwoch, 11.05., um 17 Uhr wird es live mehr aus dem Erfahrungsschatz rund um Enjoy Social Media geben.

Des weiteren sei auf den 12. Bildungskongress der Know How AG am 27. Mai 2011 in Stuttgart und Vortrag und Diskussion über die Social Media Lernumgebung in der betrieblichen Weiterbildung verwiesen.

1 Kommentar:

  1. Vielen Dank für den schönen Beitrag, Ellen! Und damit hast Du ja quasi den Teaser für unser Wiedersehen nächsten Mittwoch geliefert!
    Bis dahin beste Grüße
    Jochen

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