Donnerstag, 25. August 2011

Was hat ein Overheadprojektor mit ca. 600 km und 14 Stunden zu tun?

Die Antwort ist relativ einfach, drum sei die kleine Geschichte hier kurz erzählt - zur Tagung selbst dann weiter unten mehr:

Am 23. August fand die Ergebnistagung zu einer Enterprise 2.0 Studie in St. Gallen statt. Der große Vortragsraum füllte sich zusehends, die Tagung begann. Wichtiges Thema natürlich: die Tagesordnung, denn es galt, sich auf verschiedene Workshops aufzuteilen.
Nun aber geschah für all diejenigen, die wie ich selbstverständlich papierlos, mit mindestens 2 SmartPhones und einem iPad ausgestattet (ich oute mich: ein Kugelschreiber befand sich noch in meiner Tasche), für diese meine Spezies geschah nun schier Unfassliches: ein Overheadprojektor! Drohte bereits vor richtigem Beginn die gesamte Tagung auf der Kippe zu stehen? Alle Zeichen deuteten in diese vermutete Richtung, als des weiteren Ordner, zur Hälfte mit Papier gefüllt, den Weg auf die Tische fanden. Enterprise 2.0 - quo vadis?
Mit ca. 600 km Abstand und potentiellen 14 Stunden, den Tag Revue passieren zu lassen, konnte ich mich eines Schmunzelns nicht enthalten, eines Schmunzelns über mich selbst: ich hatte offensichtlich neben meinem Kugelschreiber auch mein Schubkastendenken an Bord. Overheadprojektor und 2.0 passen doch zusammen, denn ich stellte mir im Nachgang vor, was das für eine "Klickerei mit der Maus" und Hantiererei mit dem Pointer gewesen wäre, wenn die Agenda via unseres magischen Tools PowerPoint an der Wand erschienen wäre, denn es hätte ja stets mit anderen Präsentationen gewechselt werden und die Aktualisierungen im Wechsel vom Präsentationsmodus zu Schreibmodus usw. usw. erfasst werden müssen. So wurde souverän der Kugelschreiber auf den hinzuweisenden Punkt auf der Agenda auf eben jenem Overheadprojektor gelegt - einfach, präzise, aussagekräftig - die Folie blieb auf dem "OHP" und kam bei Bedarf zum Einsatz. Solche Altertümchen haben ja doch ihren Reiz, was meinen Sie?

Doch nun zur Tagung selbst, die ich mit einem Danke an Matthias Schwenk beginnen möchte: sein Resumee Enterprise 2.0 im Aufwind! Eine Nachlese zur Konferenz in St. Gallen fasst sehr gut auch meine Eindrücke zusammen. Ja, Microsoft war gewichtig, hat es ja auch Gewichtiges zu bieten. Doch mit einer Einschränkung, die es meines Erachtens recht gut auf den Punkt brachte: SharePoint kann 80 % des Enterprise 2.0 abdecken.
Für mich sind es nun gerade diese fehlenden 20 % Prozent zum "wirklichen E 2.0" wie z. B. Microblogging. Leider mußte ich infolge zeitiger Abreise auf den Vortrag von Dorothée Appel, CIO von Microsoft Deutschland, verzichten. Von daher wäre es vermessen, en Detail über Pros und Cons an dieser Stelle zu reflektieren.

Mein Blick in die sehr gut aufgearbeiteten Studienergebnisse und die weiteren Unterlagen nun sind neben den persönlichen Begegnungen (ich freue mich, Matthias Schwenk gesprochen zu haben) meine Highlights, die ich mitnahm:
  • mein Bewußtsein noch einmal zu schärfen, dass Mobile Business nicht nur die App im Apple Store bedeutet - mein Dank an die qualifizierten Workshopleiter Thomas Sammer und Thomas Walter,
  • ein Reifegradmodell und Methodenset, das Dominik Friedel kompetent erläuterte, und das den Weg in meinen persönlichen Werkzeugkoffer finden wird,
  • die Erkenntnis, dass wir vielleicht immer noch zu sehr die Instrumente, die es bereitzustellen gilt, im Sinne haben; die Zielsetzung, ein Wiki zu implementieren, könnte per se schon Garant der Zielerreichung sein: es werden sich hinreichend Personen finden, die flugs ein Wiki befüllen. Dann verfügen wir über viele Wikis - Punkt Dann sind wir Enterprise 2.0?
  • einen Ausspruch, der auch den Weg zu Twitter fand, denn für mich beinhaltet er die Chance des kurz Innehaltens und Reflektierens: "Die Wissensarbeiter werden nicht gewillt sein, ihren Kopf digitalisieren zu lassen". Dem, der's gesagt, mein Dank.
Nun gilt's in der nächsten Zeit, die Unterlagen zu studieren. Für mich hat sich der Tag gelohnt, bin ich doch mit vielen persönlichen Erkenntnissen zurückgekehrt. Ich wünsche mir mehr solcher Veranstaltungen.
Ach ja, und diesen wunderschönen weißen Ordner, denn ließ ich dann doch vor Ort zurück. Ordner in der Hand (in den Koffer passte er nicht) und iPad & firiends - seien wir doch mal ehrlich: das ist doch peinlich, oder?

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