Montag, 12. September 2011

#clc11 Nachlese

Es ist vorbei, das erste Corporate Learning Camp in Darmstadt und bereits an einigen Stellen besprochen, als da sind:
Vorab sei gesagt: dass ein Corporate Learning Camp bisher fehlte, ist spätestens mit dem Ende des ersten Camps mehr als deutlich geworden. Die Lebhaftigkeit der Diskussionen, die Vielfältigkeit der Sessions, die einen immer wieder in die Entscheidungen zwingt, gehe ich hier oder dorthin. Das breite Themenspektrum war rundum interessant.
Hier nun ein paar meiner Impressionen:
Session #opco11 mit Jochen Robes und Claudia Bremer: für mich war interessant, noch ein wenig mehr über die Entstehungsgeschichte von opco11 zu erfahren, auch, dass es im kommenden Jahr einen neuen Open Course geben wird. Die Frage, ob ein Open Course in betrieblicher Ausbildung denkbar wäre, läßt sich grundsätzlich schon mit einem Ja, wenn auch einem vorsichtigen beantworten. Es wird sicher noch mehr Open Courses geben müssen, um Erfahrungen zu sammeln, um sich verschiedenen Bedingungen wie Strukturen anzunähern. Ein Aspekt der Diskussion klang auch in den Pausengesprächen und anderen Sessions immer wieder an: Sind Rückmeldungen aus dem Netz ehrlicher, authentischer als im direkten persönlichen Kontakt und Feedback?

Diese Frage erlebt ihren Höhepunkt in der Session mit Monika König und Michael Simon über "Softskills - wieviel eLearning vertragen sie?". Es sei erlaubt, hier auf den Beitrag von Herrn Larbig zu verweisen. Mein Eindruck am Ende der Session war, dass wohl doch für den ein oder anderen Teilnehmenden die eLearning-Variante vorstellbarer geworden ist.

LdL - das wollte ich nun doch einmal aus authorisiertem Munde hören: Christian Spannagel und Oliver Tacke führten uns ans Thema heran. Eine Sessiondauer von 45 Minuten genügt, auch mit praktischem Beispiel, für mich dann doch nicht, mir das Besondere von LdL zu vermitteln. Meine Gedanken schweiften oftmals vergleichend in selbst Praktiziertes, verbunden mit der Suche nach dem Anderen. Betroffen macht mich der Blogbeitrag von Oliver Tacke. Ich denke, dass sich die Bedingungen der betrieblichen Weiterbildung in einigen Punkten deutlich von schulischen und hochschulischen unterscheiden. Neben der Zeit, die man für ein Seminar aufwenden kann, könnten vor allem die "Herkunft" der Teilnehmenden und ihre Zielsetzung für den Besuch einer Fortbildung hemmend wirken. Sie haben bereits Schule, Ausbildung oder Hochschule hinter sich, stehen mitten im Berufsleben und erwarten, von einer Fortbildung die Antwort auf ihren konkreten Weiterbildungsbedarf. Und eben nur auf diesen.
Ich versuche mich in einem Vergleich: Mitarbeitende eines Unternehmens sind nicht mehr die Designstudie, an der an allen Ecken und Enden verfeinert, ergänzt, gefeilt werden kann, sondern der Serientyp, der nach Betätigen des Anlassers (Eintreffen an Werkbank, Schreibtisch...) hunderprozentig losschnurren muss.
Aber ich bin gespannt, wie sich das Thema LdL in der betrieblichen Weiterbildung entwickeln wird. Und Oliver möchte ich mit diesem Foto, das ich auf der Heimfahrt aufnahm, Mut machen, dranzubleiben. Oliver, mach es wie die Satellitenschüssel: egal, wie dunkel die Wolken sind, die gerade vorbeiziehen, stelle alles auf Empfang und schaue optimistisch in die Zukunft.


Ein Wort noch zu dem Bild ganz oben: es stammt aus Christian Spannagels Session "flipped classroom" und bei ihm selbst bestens nachzulesen.

Schule, Hochschule und betriebliche Weiterbildung treten in einen Dialog - das ist für mich neben dem Fachaustausch ein wesentliches Ergebnis des Corporate Learning Camp.

Ach ja, und hervorragend organisiert war das Camp - mein Danke an alle Aktiven.

1 Kommentar:

  1. Danke für die Smiley-Schüssel :-) Vielleicht hört sich der Blogbeitrag dramatischer an, als es ist. Hmm, wie sage ich das jetzt... Die Bedingungen, unter denen ich werkele, könnte ich mir halt einfach deutlich schöner vorstellen. Mehr vielleicht auf der Tonspur.

    Dass die Ergebnisse der Arbeit höchstwahrscheinlich anders ausfallen, als anfangs vermutet und gehofft, ist für sich genommen ja gar kein Problem. Das ist ganz normal, hat man sich halt geirrt. Wenn das Thema allerdings bisher der Lichtblick im trüben Grau war und da nun eine Wolke vorhängt, wird es einfach duster. Das ist es, was mich frustiert.

    Natürlich mache ich da weiter und bin gespannt auf die Interviews, die ich führen will - übrigens im Idealfall als Rundumschlag mit Teilnehmenden, Personalverantwortlichen, Coaches/Trainern und Personen auf der Ebene der Geschäftsführung. Vielleicht kann ich da doch noch eine kleine Nische ausfindig machen.

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