Freitag, 30. März 2012

Ist Mobile Learning der große Trend?

Die Frage des 22. Blog Carnivals "Ist Mobile Learning der große Trend" von Wissenswert stürzt mich in ein Definitionsdilemma: munter habe ich selbst mobile Learning oder mLearning als Begrifflichkeit genutzt, doch je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr frage ich mich: was ist das eigentlich, Mobil Learning?
Schaue ich auf die Key Trends des Horizon Reports, finde ich unter Nr. 1: "People expect to be able to work, learn, and study whenever and wherever they want." Recht so, nur: ich erinnere: vor ca. 10 Jahren redigierte ich Texte zum Thema eLearning mit den Merkmalen: orts- und zeitunabhängig, die übrigens heute noch für eLearning bemüht werden. Unabhängig von Zeit und Ort = "m" oder "e" Lernen?
Just in diese Überlegungen flattert ein RSS-Feed herein: What is MLearning mit dem Angebot von drei Definitionen:
  • “Mlearning is the use of mobile technology to aid in the learning, reference or exploration of information useful to an individual at that moment or in a specific use context." (float mobile learning)
  • ”Any activity that allows individuals to be more productive when consuming, interacting with, or creating information, mediated through a compact digital portable device that the individual carries on a regular basis, has reliable connectivity, and fits in a pocket or purse.” (eLearing Guild)
  • "Delivering learning content and experiences to learners when and where they need it. It is learning that can be accessed at any time and any place to support performance. Typically Mlearning is accessed via a mobile device that facilitates just-in-time learning and on-demand learning. Mlearning can be formal or informal, structured or unstructured. It is flexible, self-paced and self-directed. Mlearning is driven by the learner, rather than the technology learners use to access it." (Aurion Learning Blog)
Unterstützung des Lernens, größere Produktivität, Just-in-time und on-demand-Lernen, diese ausgewählten Kriterien lassen Unterschiede zu eLearning erahnen, und wer mehr Unterschiede erfahren möchte, möge bei Noleen Turner weiteres Hilfreiches lesen. Am besten gefällt mir "on the go learning", denn diese Beschreibung umfasst meines Erachtens die Veränderungen des Lernens und Arbeitens heute und morgen und gibt eine Antwort auf die Frage "Ist mLearning der große Trend?".

Ich darf einmal ein kollektives Wir bemühen und sagen: wir sind immer mobiler geworden. Zumindest stellt uns die Technik mit ihrer rasanten Entwicklung die Möglichkeiten bereit. Zumindest kann ich dies allerorten beoachten: in Zügen, wo die Mehrheit ihr Laptop auspackt und ins SmartPhone spricht, im Unternehmen, wo selten noch jemand mit Aktenordner unterm Arm anzutreffen ist und ebenfalls alle mit Notebook und SmartPhone von Meeting zu Meeting sausen. Alleine heute flatterten folgende Schlagzeilen in meinen Feedreader: Digitalnext: Mobile-Nutzung wächst, Socialmedia.biz: 3 steps to a successful mobile website, Universität St. Gallen: Mobile Business Forum.

Wir werden immer mobiler, aber lernen wir auch "mobil" oder anders gefragt: kann Lernen überhaupt vor "mobil" Halt machen? Ich denke, nein, ich sehe Mobile Learning aber eher nicht als Trend, sondern als notwendige Veränderung einhergehend mit der Veränderung unserer Gewohnheiten und vor allem unserer Arbeitsplätze.

Noleen Turner hat zusammengefasst, was Mobile Learning ausmacht:

  • Bite-sized short chunks of learning
  • “Just-in-time” “just-enough” or even “just-for me” learning
  • Easy to use
  • Practical and contextual
  • NOT elearning delivered on a mobile device
  • Informal – on the go learning
  • Interactive (including appropriate opportunities to share knowledge)
  • Knowledge distribution rather than knowledge presentation
  • Portable – can be accessed anywhere the learners goes with their device
  • Platform independent (however this is still somewhat aspirational).
Mein Fazit: Nein, es ist kein Trend, Mobile Learning u. a. im Sinne obiger Punkte ist eine Antwort auf heutige Anforderungen und: Mobile Learning bedingt zuerst die Mobilität des Geistes, sich auf diese geänderten Anforderungen an Lernangebote und auch Lernverhalten einzulassen.

Ich denke, es ist müßig zu erwähnen, dass ich begeisterte mobil Lernende bin, und dieses Lernen macht mit Tablet so richtig viel Spass, am ganz normalen Rechner aber geht's auch - wenn das Angebot stimmt.
Bildquelle: App eduTrainer

1 Kommentar:

  1. Schöner Artikel, mir gefällt die Gegenüberstellung von m- und eLearning. Ich habe mich auch schon oft gefragt, wo sind die Grenzen? Ist Lernen mit dem Laptop im Zug mobil- oder eLearning oder vielleicht beides? Aber er ist ja kein Tablet oder Handy - also eLearning - aber im Zug also mobil ;-)

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