Freitag, 9. März 2012

Training vs. Lernen, Wissensmanagement vs. Wisdom of crowds?

"New culture of learning" heißt die umfassende Präsentation von Judy O'Connell - ein "Must see" für alle Interessierten.

Und zugleich eine wertvolle Ergänzung zur Diskussion um "Zukunft zum Learning & Knowledge Management", die anlässlich der Cebit bei #webciety am 08.03.2012 stattfand.

Ich konnte nicht vor Ort sein, hatte dank Live Stream und reger Twitterwall dennoch ein "Ich-bin-mitten-drin-Gefühl" bei den Gedanken zu den Fragen "Was sind die Ansprüche für digitales Lernen und das Wissensmanagement in einer sozial vernetzten Organisation? Wie sehen die aktuellen Konzepte aus und was sind die Entwicklungen?" und der "Diskussion über Entwicklungen und Veränderungen für die nächste Generation der digitalen Lern- und Wissensmanagement-Konzepte".

Ich denke, dass die untenstehende Präsentation deshalb eine gute Ergänzung zu der Diskussion darstellt, weil sie markant die Punkte benennt, die die Veränderung einleiten und begleiten und folgende Fragen, die ich mir im Nachhinein stellte, präzisieren helfen kann:
  • Müssen wir den Begriff Wissensmanagement nicht weiter auflösen? Was verstehen wir unter Wissensmanagement: Wissensmanagement in der Begrifflichkeit, wie sie seit Jahren verwandt wird oder Selbstmanagement des Wissens in einer offenen Kultur?
  • Reden wir von Training oder Lernen? Denken wir in bekannten formalen Mustern oder in weiteren Formen wie informelles Lernen?
  • Können wir die Selbstorganisation durch PLE (Personal Learning Environment) und PLN (Personal Learning Network) an die Anforderung, Lernen bedarf der organisierten Form, andocken?
  • Muss jedes Lernen seine Berechtigung durch Zertifizierung legitimieren?
  • Ist die Nachhaltigkeit formalen Trainings erwiesen und kann nicht auch informelles Lernen vielleicht sogar nachhaltiger sein?
  • Bringt uns der Gedanke oder die Forderung nach einer Revolution wirklich weiter? Geht es nicht darum, einen Schritt weiter zu denken, also das Bestehende weiter zu entwickeln? Zugegeben, umfassend und grundlegend anders mit neuen Denkmustern, aber wenn wir die Mitarbeitenden, das Management, die Professoren, die Studierenden und auch die Schüler mitnehmen wollen auf den Weg, werden wir vielleicht mit dem Aufruf zur Kulturrevolution vorhandene Vorbehalte eher nicht abbauen helfen.
  • Müssen wir nicht alle Altersgruppen im Blickfeld haben und nicht nur die vermeintlich "sperrige" Generation 50+? Aus meiner Praxiserfahrung vermag ich zu bestätigen, dass die jüngeren Kollegen in der Tat mehr auf Facebook vertreten sind als die Älteren (wobei mich auch hier vielfach überraschte, wer von den Älteren dann doch dort war) und dass die Jüngeren mit ihren Smartphones sehr geschickt umgehen. Wissen teilen, andere Formen der Zusammenarbeit und der Kommunikation aber gehen nicht zwangsläufig mit Facebook und Smartphone einher, andere Formen des Lernens und Arbeitens also vermag ich nicht zu bestätigen.
"The iPad and other mobile devices have probably changed learning forever."
sagt Judy O'Connell. Dass noch mehr diese Veränderung begleitet, zeigt die Präsentation - und sie gibt vielleicht auch ein paar Antworten auf meine Fragen.

New culture of learning
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