Dienstag, 19. Juni 2012

Der CIO, die Cloud und das Vertrauen

Obwohl ich ja nun alles andere als ein IT-Mensch bin, riskiere ich hier und da doch einen Blick in IT-Nachrichten, erst recht, wenn es laut Titel um CIOs geht und damit dann vielleicht ja auch irgendwie um Leadership. So machte mich der Titel "Der CIO der Cloud-Ära - vom Verwalter zum Innovator" neugierig.
Ein recht interessanter Artikel, wenn mich auch folgende Passage aufmerken ließ:
"Ein CIO kann im schnelllebigen Cloud Computing-Zeitalter nicht mehr alle Prozesse persönlich kontrollieren. Vertrauen ist gut, keine Frage! Doch an manchen Stellen geht es nicht ohne kontrollierender Mechanismen. Denn Trends wie BYOD oder ein oftmals zu laxer Umgang mit Unternehmensdaten (Stichwort Dropbox) halten rasant Einzug in die Geschäftswelt und stellen die IT vor große Herausforderungen. Im Zweifel bestellt ein Entwickler per Kreditkarte “schnell mal” zusätzlichen Storage oder virtuelle CPU über einen externen Provider als wochenlang auf die Bereitstellung neuer Server zu warten." 
Alle Prozesse persönlich kontrollieren? Nach meiner Erfahrung geht das auch ohne Cloud Computing schon nicht mehr, zumindest bei Unternehmen größerer Ordnung. Doch genau so wenig kann er alle Prozesse, Vertrauen hin oder her, persönlich kontrollieren. Dafür gibt es Qualitätsmanagement, Verantwortung und nicht zuletzt den Arbeitsvertrag und ggf. die Unternehmensrichtlinien /-vorschriften.

Ich denke, ein laxer Umgang mit Unternehmensdaten bedarf nicht eines innovativen CIO, sondern einer Aufklärung der Mitarbeitenden, ob mit oder ohne Cloud - nicht von ungefähr muss ja auch immer noch darauf hingewiesen werden, im ICE nicht unbedingt wortgewaltig über den letzten Kundenbesuch (natürlich mit Namensnennung) zu reflektieren oder den Mitreisenden den Blick auf den Laptop mit interessanten Einblicke in die jeweilige Geschäftswelt dann lieber doch nicht zu gewähren.

Hier ist nicht die IT gefordert, sondern die Mitarbeitenden, die sich auf ihre vertraglichen Verpflichtungen besinnen sollten.

Die Argumentation für einen CIO als Innovator, die sich ändernden Herausforderungen für die IT liegen nicht in der Dropbox oder der Kreditkarte eines Entwicklers, sondern in der Realisierung von Social Business und Enterprise 2.0. Und unter diesen Stichworten #socbiz (Social Business) und #e20 (Enterprise 2.0) geht das mit dem Verwalten eben nicht mehr.

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