Sonntag, 29. Juli 2012

Face-to-Face - Altbewährtes bei der Teamarbeit

Kommunikation im Unternehmen, das heißt persönlich und vor Ort - so lautet die Überschrift eines Artikels der Süddeutschen, die ein aktuelles Umfrageergebnis resümiert.

Teamarbeit sei wichtig und Face-to-Face-Meetings seien die bevorzugte Form der Interaktion, gefolgt von Telefon und E-Mail. Mal ehrlich: würden Sie etwas anderes sagen?

Und trifft diese Aussage nicht auch tatsächlich den Kern des Meeting-Geschehens: alle sitzen um einen Tisch und der/die eine der Anwesenden liest seine/ihre E-Mails während des Meetings gar nicht mehr so verschämt unterm Tisch am SmartPhone, verlässt mit bedauerndem Achselzucken und um Verständnis bittenden Blick, das SmartPhone am Ohr, den Raum oder haucht den knappen Bescheid in selbiges: ich kann jetzt nicht, bin in einem Meeting. Passt also, oder: Face-to-Face, Telefon, Mail.

Wohlgemerkt: das Umfrageergebnis sei ebenso wenig angezweifelt wie die Überzeugung, mit der die Antworten auf die Fragen gegeben wurden. Und wer immer sich mit Kollegen und Kolleginnen über Formen der Kommunikation unterhält, wird ähnliches selber äußern und auch hören. Doch nicht selten sagen wir das, was wir gerne hätten, aber nicht das, was die Realität uns im Grunde zu sagen verpflichten würde. Denn ob via Laptop oder SmartPhone: die online-Variante hat bereits längst in persönliche Treffen / Meetings / Weiterbildungen Einzug gehalten, nur eben nicht auf den Tagesordnungspunkt der jeweiligen Veranstaltung bezogen und nicht als Veranstaltungsform deklariert. Kommunikations-Multitasking sozusagen: wir sitzen hier und kommunizieren parallel online "so nebenher".  Schlecht für's Meeting, schlecht für die Effizienz.


"Mehr als 70 Prozent der Befragten halten persönliche Besprechungen für die effizienteste Art der Gruppenkommunikation." Sagt uns das Umfrageergebnis. Recht so, doch wer's noch nicht ausprobiert hat, dem dürfte entgangen sein: auch online geht's persönlich - Teamarbeit und Kommunikation sind eine Frage der Aufmerksamkeit auf den "Kern des Geschehens", des Prioritätensetzens, der Wertschätzung untereinander, weniger eine Frage der körperlichen Anwesenheit in einem Raum.

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