Dienstag, 22. Januar 2013

Ein Wort - zwei Welten oder: die erste Woche in meinen #MOOCs

Zugegeben, beim #MMC13 ist die erste Woche noch nicht so ganz vorbei, gefühlt aber, wie heutzutage gerne gemessen wird, bin ich hier schon länger unterwegs, viele Stunden am Tag. Hatte ich so aber nicht geplant. Stand nicht auf der ToDo-Liste und wirbelt meine Tagesplanung gehörig durcheinander.

Ist es da nicht ein Glück für mich, dass meine zweite MOOC-Baustelle, der Kurs "Learn how to lead" mich kaum beansprucht, mich nicht zu Auseinandersetzungen und weiteren Aktivitäten herausfordert? Hinsichtlich meiner Zeitplanung vielleicht, aber hinsichtlich der Beschäftigung mit dem Thema "MOOC" (siehe auch hier) fordert er mich und meine Zeit, primär aber meine Emotionen denn doch.

Es wäre zu pauschal, den Unterschied zwischen cMOOC und xMOOC an diesen derzeitig laufenden Kursen generell festmachen zu wollen, denn zwei Kurse sind wahrlich nicht repräsentativ für alle MOOCs, die weltweit aus den Systemen springen. Doch nicht deutlicher könnte ich den Unterschied zwischen "c" und "x" bereits nach einer Woche erfahren - im folgenden zwei Beispiele:

Informationen
#MMC13  schwappt mit Informationen nur so über mich herüber. Es bereitet viel Mühe, Organisation und auch eine gewisse Gelassenheit, eben nicht alles lesen zu können, um der Vielfalt gerecht werden zu können. Wobei der Begriff Information unzureichend ist, denn aus den vielen Beiträgen und Aktivitäten entwickeln sich Auseinandersetzung mit Geschriebenem, Reflektion des eigenen Standpunkts, Initiieren weiterer Aktivitäten wie die Betrachtung von MOOC und betrieblicher Weiterbildung dank eines Aufrufs von Ludwig Höfer in Google+. Auch wenn die Veranstalter des #MMC13 in für mich vorbildlicher Weise wie z. B. mit dem Blog-Aggregator unterstützen: das will ja alles gelesen sein und verarbeitet werden! Und zugleich erlebe ich gerade diese Fülle und meinen Umgang damit zugleich als eine Auffrischung meiner Selbstorganisation, meiner Filtersysteme gegen den oft genannten Überfluss.

Schlank mit Informationen kommt "Learn how to lead" hingegen daher. Im Lernmanagementsystem (LMS) übersichtlich, da wenig Information bereitgestellt wird: die Konzentration liegt klar auf den Kursinhalten, die es zu erarbeiten gilt. Thematische Auseinandersetzungen und Diskussionen finden bisher nicht statt, was nicht wundert: ich weiß nicht, wer noch am Kurs teilnimmt, es sei denn, jemand schrieb etwas im Forum und macht sich dadurch sicht- und ansprechbar. Weitere Social Media Kanäle werden nicht bedient, so dass ich mich auf das Wesentliche, nämlich die vorgegebenen Lehrvideos konzentrieren kann.

Austausch mit anderen
Ein X ist nun mal kein Connected. Hätte ich eigentlich wissen müssen, und doch führten mich in "Learn how to lead" meine ersten Mausklicks nicht auf die Inhalte, sondern auf die Suche nach den anderen Teilnehmenden, bekannten und unbekannten, mit denen ich in Austausch treten könnte. Sie waren und sind nicht da, die anderen im MOOC, die Gruppe "massiv", die mir bei #MMC13 die Inhalte nur so hinwirft. Im letzteren finde ich innerhalb kürzester Zeit Antworten auf eine Frage, trete in eine rege Diskussion bis hin zur Gründung einer Arbeitsgruppe ein. Im xMOOC bin ich an ein Forum gebunden - ich erwähnte bereits, dass ich dort andere treffen kann unter der Voraussetzung, sie posten dort. Und leider muss ich im Forum über die Datumsangaben erst suchen, wo denn der ausgewiesene neue Beitrag steht.
Im ersten HangOut des #MMC13 wurde neben vielen anderen Aspekten die Motivation der MOOC-Teilnehmenden angesprochen. Motivation bringen mir auch die anderen Teilnehmenden, und offensichtlich nicht nur mir, wie Jasmin Hamadeh so treffend schreibt:
"...Sobald ich persönlich angesprochen werde in so einem MOOC, kann ich nicht mehr nicht MOOCen."
Da verbleibt nur meine Bitte: Lieber xMOOC, zeig mir Deine Teilnehmenden, damit ich wieder motiviert werde. Denn das mögliche Zertifikat alleine motiviert mich nicht.

Mein Wochenfazit
Der Buchstabe "O" = open erfährt meine eigene erweiterte Interpretation: offen im Austausch, offen in der Sichtbarkeit und offen im Denken - und nicht eingepresst in strikte LMS-Vorgaben. Im "C" fühle ich mich mitten im Strom und es bleibt meiner eigenen Führung überlassen, ob und wann ich kurz für eine Rast zur Seite schwimme.
Im X sitze ich an meinem Pult im Klassenraum, konzentriere mich auf die Lehrinhalte und versuche, diese zu lernen.

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