Sonntag, 13. Januar 2013

In der 3. Kalenderwoche 2013 rockts: 2 #MOOCs starten

Wer hätte das in 2012, das von der New York Times als Jahr der MOOCs deklariert wurde, gedacht: gleich zwei gehen an den Start in der 3. Kalenderwoche des Jahres 2013 (und das in Deutschland!), zwei MOOCs, wie sie meines Erachtens nicht gegensätzlicher sein könnten:
Ich denke, die beiden Termine hätten nicht besser aufeinandertreffen können, denn für jemanden wie mich,
  • die ihre Orientierung in der MOOC-Landschaft sucht,
  • die wissen möchte, was denn nun wirklich so anders außer der großen Zahl der Teilnehmenden (massive) und dem Aspekt des (fast immer) Kostenlosen (open) ist,
  • die bereits in den ein oder anderen MOOC hineinschnupperte,
  • die auch herausfinden möchte, für welche Zielgruppen sich denn dieses Format eignen möge und
  • für wen es sich lohnen könnte, einen MOOC anzubieten, ob die MOOCs auch Einfluss auf betriebliche Weiterbildungen haben werden,
  • die neben her einfach auch nur lernen möchte und
  • ihr PLN, also das persönliche Lern-Netzwerk weiter ausbauen möchte,
also für so jemand wie mich ist dies Aufeinandertreffen ein wahrer Glücksfall.

Nun geht es für mich nicht erst mit dem deklarierten Startdatum los, sondern schon seit einer Weile bin ich gedanklich und schriftlich bei diesen beiden MOOCs dabei - und das nun mit sehr unterschiedlichen Eindrücken und zugegeben auch Emotionen.
  • Wie habe ich eigentlich von den Veranstaltungen erfahren?
    Zu meinen morgendlichen "Ritualen" gehört das Lesen meiner RSS-Feeds und das Sichten der Informationen über "Zite", um dann via Twitter in die Zielgerade der Informationsbeschaffung einzuschwenken. Seit Wochen schon begegnete ich dem Hashtag #MMC13, verfolgte die Aktivitäten und Blogbeiträge, und wurde von der hochgeschätzten mons7 aka Monika E. König energisch sanft an Bord geholt. Kurz gesagt: ich erfuhr sehr früh nicht nur von der Existenz dieses MOOC, sondern war gleichzeitig stets up to date dank der sozialen Medien, die sich ja der Aktivitäten der Beteiligten bedienen.
    Ganz anders bei OPENCOURSEWORLD, denn wäre nicht der Beitrag von Jochen Robes gewesen, ich hätt's wahrscheinlich kaum erfahren. Im Nachhinein mal ein wenig gegoogelt stelle ich fest: fast alle Nachrichten zu diesem MOOC beziehen sich auf eine einzige Pressemitteilung des Veranstalters (z. B. hier,  hier oder hier). Da es keinen Hashtag gibt und die Twitter-Suchausbeute zum Suchbegriff Opencourseworld eher mager ausfällt, diejenigen, die einen Blogbeitrag verfassten, offensichtlich nicht in meinem Netzwerk sind, wär' der MOOC doch glatt an mir vorbei marschiert.
  • Ich bin angemeldet - war's das bis zum Start?
    Beileibe nicht, zumindest für den #MMC13, denn hier herrscht schon im Vorfeld munteres Treiben, die Postings und Kommentare auf der Website könnten den Eindruck hinterlassen, der Kurs läuft doch schon längst. Ich fühle mich aufgehoben, informiert; ich kann mich bei Bedarf selbst einbringen und in einen Austausch treten. Das gelebte "c" halt eines cMOOC, oder? Die Vielfalt der Beiträge bereits bis heute, die excellente Information und Hilfestellung der Initiatorinnen und des Initiators, das sofortige (öffentliche) Reagieren durch Bereitsstellen der FAQ - all dies sollte am Vorabend des Starts schon mal archiviert werden unter dem Schlagwort: Good practice how to prepare a MOOC.
    Gut, dass ein X und kein C vormachen will, denn beim xMOOC, als der sich "Learn how to lead" darstellt, fühle ich mich auf vertrautem Terrain:
    • klassische Form eines LMS (Lernmanagementsystem)
    • mit Forum, in dem Fragen unbeantwortet bleiben, aber der Kurs hat ja auch noch nicht begonnen,
    • mit einer Mediathek, die ich nicht finden kann, die wahrscheinlich mit Kursstart freigeschaltet wird,
    • wohl auch mit anderen Teilnehmenden, die ich im LMS aber nicht entdecken kann,
    • mit der Aufforderung, mit anderen zu kommunizieren, was aber nicht geht, weil ich sie nirgends sehe,
    • mit einer Kalendereinladung für das erste Modul, die sich gnadenlos bis Kursende über alle meine anderen Termine schiebt,
    • und last but mit Sicherheit noch nicht least einem "motivierenden" Mailing, das denselben Text enthält, den ich bereits auf der Kursstartseite geniessen konnte und zudem nur die "Teilnehmer" anspricht; aber vielleicht bin ich beim Kursthema ja dann auch die Quoten-Teilnehmerin.
    Ich fasse zusammen: ich fühl mich so alleine und auch in der ähnlichen Form "betreut", wie ich es aus den Anfängen so manchen E-Learnings (ohne dem E-Learning zu nahe treten zu wollen) kenne. Aber xMOOC ist ja auch kein cMOOC, wie es plakativer durch dieses Bild nicht verdeutlicht werden könnte:
Fühle ich mich vorbereitet auf die nächsten Wochen?
Ein klares Ja für beide Kurse: beides kenne ich, das Klassische, das ohne Hashtags und auf LMS-Denken basierte Kursformat, das mich konsequent auf's Gelehrte zurückführt und zielgerichtet zum Zertifikat führt, wenn ich es denn erwerben will, und das inzwischen für mich gar nicht mehr so Neue, das mit Beiträgen unter einem Hashtag subsummiert meine Motivation, mein Lernen und mein Denken auf Trab hält und mir durch die Vielfalt neue Sichtweisen ermöglichen wird.
Kann ich anderen eine Empfehlung aussprechen?
Nicht nur ein klares Ja, sondern fast schon eine Bitte: liebe Lehranbieter, wenn Ihr demnächst mal Richtung Portfolioerweiterung um MOOCs denkt, klinkt Euch noch flugs in den #MMC13 ein, dann könnt's was wirklich Gescheites werden.

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