Samstag, 23. Februar 2013

Nach dem #MOOC ist vor dem #MOOC und weiter mittendrin

17:27 Uhr am Freitag, den 22.02.2013, sendet Monika E. König, allseits bekannt als @mons7 auf Twitter, ein Tschüß in die MOOC-Maker-Runde.

Das war's dann mit dem MOOC-Maker-MOOC, dem #MMC13? Nein, war's nicht, bin ich geneigt zu schreiben. Das war's nicht, weil

  • das intensive Erleben einer funktionierenden Netzgemeinschaft nachklingen wird,
  • die super Organisation und Betreuung dieses #MMC13 durch Monika, Heinz und Dörte vorbildhaft war - mein Respekt und Danke an Euch,
  • der Hashtag #MMC13 sich genau so wie der Hashtag #opco11 im Bewusstsein verankern wird verbunden mit dem Empfinden von Dynamik, Entwicklung, Offenheit,
  • es eh noch das Wiki weiter zu befüllen gilt,
  • man im Nachgang so wunderschön die Weisheiten zu "man hätte besser" oder "wäre gut gewesen, wenn..." formulieren kann und daraus wieder Veränderungspotenzial zu schöpfen ist,
  • weil, wenn nicht mal jemand diesen MOOC gemacht hätte, eine Diskussion über die "Hätte" und "Wäre besser gewesen" gar nicht möglich wäre,
  • weil vielleicht vielen Teilnehmenden immense Lernchancen eröffnet wurden (wie gehe ich mit den vielen Informationen um, auf welcher Plattform agiere ich denn nun, Texte ins Wiki schreiben uvm.),
  • weil das Format MOOC (mir) zwar nicht unbedingt greifbarer geworden ist, es sei denn, ich klammere mich an die Bedeutung der einzelnen Buchstaben, die Idee eines cMOOC aber ähnlich den #opcos erlebbar war,
  • und noch viele, viele "weils".
Mit jedem MOOC, der nun durch den Feed-Reader tickert, der angekündigt /diskutiert / reflektiert werden wird, mit jeder Diskussion die Sinn- oder Andersartigkeit von MOOCs - der #MMC13 wird irgendwie immer an Bord sein. Also kein Tschüß, liebe Monika, lieber Heinz und liebe Dörte.

Ein Tschüß aber habe ich noch vor dem offiziellen Ende meiner anderen MOOC-Baustelle gesagt. Ein Wort - zwei Welten waren vor einem Monat meine Empfindungen und Eindrücke. Heute sage ich: ein Wort - zwei Galaxien. Nein, wenn das die xMOOC-Zukunft in Deutschland ist, dann bitte wieder Klassenraumtraining.
Lassen wir einmal dahingestellt, dass ein X kein connected ist, denn beiden MOOC-Formaten ist schließlich gemeinsam, dass es Lernziele gibt, dass Inhalte dargeboten und erarbeitet werden, dass es einen definierten Anfang und ein definiertes Ende gibt und dass sich die durch Lernbegleiter unterstützten Lernenden austauschen.

"Learn how to lead - sich selbst und andere richtig führen" lockte mich, denn so ein Refresh, mich selbst richtig zu führen, könne ja nicht schaden, und da ich mich im Thema Veränderung in Unternehmen, verbunden mit den Stichworten Enterprise 2.0 und Social Business, engagiere, hoffte ich, das Thema Leadership 2.0, gerne auch ohne Versionsnummer, mal aus universitärem Blickwinkel dargeboten zu erhalten.
Schließlich wurde ich umworben: Lernen Sie von den besten Hochschulen und Dozenten.

  • Mein Irrtum Nr. 1: ich unterstellte Aktualität in der Thematik.
    Neben "Althergebrachtem" im Thema erhielt ich zugleich eine volle Dosis Präsentationstechniken. Nur: das hätte auch in jedem anderen Kurs sein können, das hatte nicht unbedingt etwas mit Learn how to lead zu tun. Doch immerhin die einzigen Videos, bei denen der Vortragende sogar den Weg zu einem FlipChart fand.
    Mein "Learning": bei kostenlosen Angeboten reicht der Griff in die Requisite wahrlich nicht, da wird heute dann doch schon mehr erwartet.
  • Mein Irrtum Nr. 2: selbst "traditionelle Lecture-Videos" hatte ich mir so ein klein wenig lebendiger vorgestellt. Bei Video hatte ich Bewegung, Abwechslung vermutet.
    Mein "Learning": jetzt muss ich aber ernsthaft einmal ermitteln, was ein traditionelles Lecture-Video ist. Und da ich mich im Rahmen des #MMC13 ja auch mit Geschäftsmodellen befassen durfte, gehen meine Gedanken weiter: das geht auch preisgünstiger in der Produktion: ein Audio hätt's getan.
  • Mein Irrtum Nr. 3: Handlungsorientierte Methoden bezieht sich nicht auf Lehr- und Lernmethode, sondern auf umfangreiches Suchen und eigenständiges Finden im Lernmanagementsystem. Was ist handlungsorientiert an einem Lecture-Video und einem Skript, das ohne Seitennummerierung geschweige denn Deckblatt daherkommt? Mehr gab's nämlich nicht.
    Mein "Learning": ich habe mich darin perfektioniert, Skripte und Videos via handlungsorientiertem informellen Lernen über etliche Umwege (direkt ging's leider nicht) dann doch noch auf mein mobiles Endgerät zu laden, ich kann nunmehr nach wiederholtem hilflosen Klicken im Lernmanagementsystem sofort und ohne Umwege das Forum finden.
  • Mein Irrtum Nr. 4: Wenn mir das LMS einen Tutor anzeigt (anfangs namentlich, nach einiger Zeit ohne Namensnennung), dann werde ich in irgendeiner Form unterstützt, bei Fragen begleitet, ganz zu schweigen von aktuellen Kursnachrichten oder Antworten im Forum.
    Mein "Learning": es geht auch ohne Lernbegleitung, denn diese fand in keiner Weise statt, fast alle Fragen im Forum blieben unbeantwortet. Ich weiß bis heute nicht, wie viele Teilnehmende den Kurs besuchten, aber die wenigen, die im Forum posteten, halfen sich bei Fragen dann gegenseitig - oder klagten sich gegenseitig ihr Leid. Auch Enttäuschung "connected"!
  • Mein Irrtum Nr. 5: Enttäuschungen sind das Ergebnis der eigenen Erwartung. Nein, nicht nur der eigenen Erwartung. In MOOC steckt ja ein "Open", und ich interpretiere dies mal als "offen" gesagt: selten hat mich ein Bildungsangebot derart enttäuscht. Und dies hat nichts mit dem Format MOOC zu tun, die Enttäuschung reicht von nicht eingelösten Kursversprechen gemäß Presseerklärungen und diversen Ankündigungen, unzureichend und langweilig aufbereitetem, nicht absolut aktuellem Lerninhalt, fehlender tutorieller Begleitung, von motivierender ganz zu schweigen, einem starren Lernmanagementsystem mit seiner eigenen, nicht gerade userfreundlichen Logik bis hin zur Deklarierung einer derartigen Veranstaltung als MOOC.
    Mein Learning: ich werde um Opencourseworld erst mal einen großen Bogen machen, denn meine 5 Irrtümer sind nur die Spitze des Eisberges. Mein Lernen und meine Ansprüche an Lernangebote wie diese gehen über die Anfangszeiten des E-Learning, als uns noch jede Menge Fehler unterliefen, hinaus. Und ich denke, nicht nur mein Anspruch an Lernen.
    Auch der sprachliche Schachzug der Wortwahl "Opencourseworld" frischt dieses Lernangebot nicht auf, renommierter Anbieter hin oder her. Aus Fehlern lernen wir - eine wahrlich treffende Aussage. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Teilnehmende ihre Anmerkungen zurückmelden und die Anbieter diese Anregungen als Potenzial zur Verbesserung erkennen. 
Nach dem MOOC ist vor dem MOOC - denn wieder habe ich es getan, mich für einen weiteren MOOC angemeldet: #COER13, dem Online Course zu OER (Open Educational Resources). Der März bleibt mir zum Luftholen zwischen dem MOOCs, doch die Vorfreude auf den #COER13 ist schon da:


  • Interessantes, witzig, informierend und motivierend gemachtes Einführungsvideo:


  • Eine herzliche Willkommensmail, bei der ich mich persönlich angesprochen fühle,
  • eine Umfrage, damit sich die Veranstalter schon jetzt einen Eindruck von den Interessen und geplanten Aktivitäten der Teilnehmenden machen können, und
  • eine informativ aufbereitete "Basisstation" auf www.coer13.de

Der eine MOOC ging gestern zu Ende, der andere wird morgen enden, und mittendrin die Anmeldung für einen weiteren - bewegende MOOC-Zeiten in diesem noch jungen Jahr.

Kommentare:

  1. Danke für diesen Post, er spiegelt auch meine Gedanken wider.Im Nachhinein empfinde ich es als als großes Glück, dass der MMC13 und Learnhowtolead zeitlich zusammengefallen sind. Für mich als "Neuling": So will ich es - und so geht es gar nicht. Als Lerner ist man doch kein Konsument.Ich bin neugierig auf Coer13, dank der intensiven Lernerfahrung mit den MOOC-Makern.

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    1. Hallo Isabell, schön zu erfahren, dass es anderen ähnlich ergangen ist. Toll ausgedrückt: so geht es gar nicht. Wir "sehen" uns dann beim #coer13?

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