Dienstag, 7. Oktober 2014

#e20mooc mit der Frage der Woche: Diskussion der Social Media Tool Präferenzen

Wie nutzen Sie Social Media Tools für Social Business, so lautet die Frage, die mir per Mail zum MOOC ins Postfach rauschte. Da wurden doch Erinnerungen bei mir wach: hatte ich nicht schon mal etwas dazu geschrieben?

Genau, im WissensWert Blog Carnival war's, obwohl es dort mehr um Lernen ging, aber Lernen und Arbeiten sind eh schon lange bei mir verschmolzen. Im Jahr 2009 schrieb ich meine Gedanke zur Frage, warum ich twittere, nieder und stelle fest: hat sich bis heute nichts dran geändert. Und meine Antwort zu den besten "Apps for Learning" im Jahre 2010 katapultiert mich vier Jahre weiter ins Hier und Jetzt: Apps for Learning = Apps for Working = konsequenter weiterer Toolgebrauch, ob für Social Business, sei mal dahingestellt.

Doch: geht es hier "nur" um den Gebrauch von Tools, den von Social Media Tools gar? Zum Glück hat mich früher niemand gefragt, sag mal, warum nutzt Du eigentlich Papier und Bleistift, später Schreibmaschine. Ich hätte wohl sehr verblüfft dreingeschaut. Heute bin ich manchmal geneigt zu fragen: Warum nutzt Du noch Papier und Bleistift? (OK, das mit der Schreibmaschine lassen wir jetzt.) Und diese Frage möchte ich manchmal gerne flächendeckend stellen, begonnen bei den sog. Digital Natives, die, so heißt es in der erwähnten Mail, auch bei der Arbeit auf ihre Tools nicht würden verzichten wollen. Da ist sie wieder, die Mär der Digital Natives, die mit ihren Tools in die Unternehmen stürzen und die "Alten" dann so wirklich richtig alt aussehen lassen. Also beginne ich für mich erst einmal zu sortieren:

Wer kennt nicht das populäre Prisma der Social Media Tools von ethority? Und so alt wie das Prisma ist die Frage nach dem Gebrauch der Tools, genau so alt ist der Eifer der 2.0-Infizierten, jedes Tool nach Erscheinen auch zu testen. Doch heute geht es bei weitem nicht mehr darum. Auch für mich als Infizierte ist es etwas ruhiger geworden, neue Apps und Tools lassen mich nicht sofort alles fallenlassen, um sie auszuprobieren. Dies liegt zum einen daran, dass die Faszination dieser neuen Instrumentewelt ein wenig abgekühlt ist, das wirklich richtig knackige neue noch nicht vorbeimarschierte, zum anderen: ich habe meine Instrumente für mich gefunden und scheine inzwischen beharrlich an ihnen festzuhalten - wie seinerzeit halt an Papier und Bleistift. Ich habe sie mir erprobt, für gut und vor allem nützlich befunden, sie helfen, meinen Arbeitsalltag besser zu organisieren, meine Aufgaben zu strukturieren. Schließlich ist es effizienter, in der Erinnerungsapp die Mahnung einfach wegzuwischen als etliche Papierzettel hin- und herzuschieben, gar ordnungsgemäß im Altpapier zu entsorgen.


Kurz: derzeit fühle ich mich mit Tools sehr gut ausgestattet: Trello (siehe Bild oben) für mein Projektmanagement, Evernote als Allroundtool für Entwürfe, Notizen, wichtige Informationen (allerdings erst im dritten Anlauf), eine Zeit- und eine Fahrtenbuch-App und über Zite gelange ich zu den neusten Informationen. Mit Explain Everything und VideoScribe erzeuge ich unterhaltsame Filmchen, Moovly aus Jane Harts Liste der Top E-Learning Tools (immerhin crowdbasierte Top-Empfehlungen, was wollen wir mehr?) steht kurz vor der Erprobung. Soweit also meine Präferenzen, die Beschreibung meines "Workplaces". Aber social?

Klar, auf Twitter poste, hier blogge ich, bei Facebook findet man mich auch und natürlich bin ich in Google+ unterwegs. What'sApp nutze ich wegen der Jugendlichen (Digital Natives) in meinem Umfeld, die sich allerdings von Facebook davonmachen und Instagram bevorzugen, dem ich mich letztendlich verweigere, habe ich doch schließlich Pinterest und für die privaten Fotos die externe Festplatte. In meinem Umfeld führt dieser "Workplace" zum einhelligen Urteil: Du bist ja fast ein Technikgenie. Müde, die Frage, was dies mit Technik zu tun habe, weiter zu diskutieren, möchte ich sie hier nun auch nicht stellen, wenngleich genau dieser Eindruck, es habe eben etwas mit Technik zu tun, eine sinnvolle Digitalisierung des Arbeitsplatzes torpediert. Aber das ist ein anderes Thema. Ich bleibe lieber bei meinem heutigen, und das erfordert neben der Toolpräferenz nun endlich die Frage nach "Social". Media spare ich mir, steckt ja im Tool-Begriff mit drin und diese Media habe ich vorhin abgearbeitet.

Ganz alleine vor mich hin, wie auch der Trello-Screenshot zeigt. Und ich wage mich mit der kühnen Behauptung nach vorne, dass das Nutzen all dieser Media überaus sinnvoll ist, Zeit spart und zudem auch noch Spass bereitet. Dass aber all dies wenig mit Collaboration, mit Co-creation, mit social halt zu tun hat, mit social im Zusammenhang mit Business und Netzwerk, mit Lernen und Arbeiten.

Erst im Zusammenwirken mit anderen, im gemeinschaftlichen Nutzen von Tools wird ein social draus. "Machen wir doch, ich teile per Mail immer allen, die ich kenne, alles mit!" Stimmt, das Tool E-Mail vergaß ich, gehört es doch auch noch zu meinen Instrumenten (+ Anhänge). Gehört aber, genau so wie z. B. What's App, zur "Einwegekommunikation". Gemeinschaftlich Tools nutzen, social verhalten, setzt mehr voraus als die Bereitschaft, einen oder mehrer Empfänger für meine Botschaft auszuwählen. Setzt das "Aushalten" voraus, dass in "meinem Text" einfach jemand hineinschreibt, gar korrigiert (Wiki), aber nicht nur das Aushalten, sondern auch die Bereitschaft hineinzuschreiben - und eben nicht, wie ich es erlebt habe, ein Mail zu schreiben: "Du, schau mal, in der Seite fehlt ein Komma." Das Denken für social Toolnutzung setzt voraus, dass der Begriff "mein(e) Text / Mail / Botschaft usw. ein "Unser-Verständnis" erhält. Wir arbeiten gemeinsam und schauen, mit welchen Tools es uns am leichtesten ist, das Ziel zu erreichen.

Diese Sicht wäre meine Präferenz - die Tools bieten (nur) die Möglichkeit dazu - siehe das oben abgebildete Prisma, und im Trello-Screenshot wäre nicht nur ein Gesicht zu sehen, sondern viele eines Teams oder einer Community. Schön und gut, vermeine ich die ein oder andere Stimme zu hören, ein großer Teil der og. Tools taugt ja nun wahrlich nichts in Unternehmenszusammenhängen. Allein schon Cloud geht gar nicht. Derzeit nicht, wende ich ein, doch in einigen (absehbaren) Jahren? Und ungeachtet der Cloud: auch in Unternehmenszusammenhängen, und hier denken wir ja recht häufig erst einmal an Großkonzerne, sind die Tools vorhanden. Zwar nicht so charmant und leicht handbar wie manch andere da draußen im Web, aber sie sind da, und so wirft uns die Frage der Nutzung erneut auf das zurück, was mit Change so allumfassend benannt wird. Eine Nummer kleiner Richtung KMU? Dito, lautet meine Antwort, wie in Großkonzernen, Umdenken, runtergebrochen bis zum Freelancer lautet der Name des behäbigen Tankers, der auf den Tools daherschippert. Wäre der Change im Mindset durch alle Altersgruppen vollzogen, wie David Terrar ihn so treffend beschreibt (Folie 28), sprächen wir, so denke ich, nicht mehr über die Social Media Tools.

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