Montag, 19. Oktober 2015

Arbeitswelt 4.0 und die Frage nach den Kompetenzen

Nächste Woche ist es soweit: die Veranstaltung "Die Zukunft der Arbeitswelt 4.0", bei der die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, sprechen und mit anderen diskutieren wird, kommt zu uns.

"Der Mensch bleibt im Mittelpunkt", so steht's auf der Einladung, und darum geht es nicht in Ballungsräumen wie dem Rheinland oder dem Ruhrgebiet, sondern hier bei uns in der ländlichen Eifel, in der Region eben, geprägt vom Mittelstand, nicht den ganz Großen mit den Labeln Enterprise 2.0 und Digitaler Transformation.

Eine Region, in der der ein und andere Ort in digitaler Unberührtheit schlummert, da Internet nicht oder nur in Schneckentempo verfügbar, in der dem TV-Satelitenempfang durchaus ein paar Bäume im Weg stehen können, in der aber auch dank SmartPhone Arbeitszeiten digital erfasst werden (ich hab's gesehen) und Jugendliche ihre Eltern bitten, doch wenigstens beim Einkaufen mal das SmartPhone in der Tasche zu lassen, oder ein "Hast du das denn nicht auf Facebook gesehen?" die Runde macht (ich hab's gehört im Lebensmittelladen, wo ein Schwätzchen an der Kasse auch andere Aussagen ans Ohr dringen lassen).

Eintritt in die Arbeitswelt 4.0 kommt also nächste Woche an - doch wie kompetent sind wir bereits für diese Arbeitswelt, hinter deren 4.0 die Digitalisierung lauert, die ihrerseits offensichtlich erforderlich macht zu betonen, der Mensch bleibe im Mittelpunkt.
Da ich als Pädagogin ja durchaus geneigt bin, viele Sätze mit dem gedanklichen Korrekturstift zu betrachten, würde ich diesen auch gerne beim Wort "bleibt" ansetzen: für mich bleibt der Mensch nicht nur im Mittelpunkt, er rückt mehr denn je in den Mittelpunkt. Nicht nur, weil es gilt, den Menschen zu unterstützen, sich für diese Arbeitswelt fit zu machen, sondern primär, weil diese Arbeitswelt 4.0 dank digitaler Fortschritte eine Arbeitswelt schaffen wird, die in neuen Organisationsstrukturen, einer vernetzten "sharing and collaborative world" nur dann funktionieren kann, wenn die Fäden gleichsam auf vernetzter Augenhöhe zusammengehalten und gemeinsam geknüpft und gestärkt werden.

Es ist schon längst nicht mehr einem Kompetenzerwerb Genüge getan, wenn wir von neuen Funktionen diverser Plattformen ausgehen und eben diese neuen Abläufe wie Dokumenten-Upload statt E-Mailversand "schulen" im Vertrauen darauf, dass sich die Sinnhaftigkeit eines Uploads durch Gehörtes erschließt.
Es geht nicht mehr nur um How To's bei Tools und Apps, es geht um Einstellungen, Werte, (globale) Sichtweisen, um das generelle Mit- und Füreinander. Leider habe ich den Urheber dieser zutreffenden Aussage vergessen: "It's not a social, it's a human behavior". Auf den Punkt formuliert, möchte ich ausrufen, denn die Begriffe "social" und "digital" jonglieren stets nah an der Toolbedienung und verorten Kompetenz vielfach in einem Wissen um.

Arbeiten 4.0 betrifft "human behavior", die "alten" Kompetenzen stehen auf dem Prüfstand im Hinblick auf gesellschaftliche und damit auch unternehmensinterne (ob Konzern oder KMU) Veränderungen, neue Kompetenzen helfen bei dieser Überprüfung und sind selbst Anforderung für die neue Arbeitswelt und rücken eben den Menschen in einer bisher nicht da gewesenen Form ins Zentrum.

Das nachfolgende Modell stellt eine Annäherung an diese "neue Kompetenzwelt" dar:
Für eine größere Ansicht der Infografik bitte hier entlang.
In den sozialen Medien gibt es das nette Spiel des "Stöckchen-Werfens" - diesen Beitrag werf ich denn mal als Stöcken rüber zu #cl20, #socbiz, #e20 und natürlich auch zu #hr und #corporatelearning.

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