Freitag, 23. Oktober 2015

Enterprise 2.0 (#e20) ist angekommen, für digitale Business Modelle sind wir noch nicht bereit (#ibmbcde), doch klar soll sein: Unternehmen schulen zu wenig - die Chance für HR?

Enterprise 2.0 sei in 80 % der Unternehmen angekommen, so läuten die Artikel wie "Digitalisierung der Arbeitswelt - Unternehmen schulen ihre Mitarbeiter zu wenig", Mehr als nur Software: Wie Enterprise 2.0 Arbeitsalltag und Kultur verändert und
Enterprise 2.0: Wie Social Software Arbeitsalltag und -kultur verändert ihre Berichterstattung über die aktuelle Studie "Enterprise 2.0 - Status Quo" von Prof. Dr. Thorsten Petry und feelgood@work (die Studie kann man hier anfordern) ein.

Schade, dass der kleine Zusatz "213 vollständig auswertbaren Antworten" in der Berichterstattung fehlt, was in Anbetracht von 3.63 Millionen Unternehmen in Deutschland (Quelle: statista) diese Ankunft von E 2.0 dann wohl doch auf die Großbahnhöfe (Großkonzerne) der Unternehmenslandschaft begrenzen könnte. Zudem konnte ich dieses Fazit in der Studie selbst nicht entdecken. Und was konkret ist gemeint mit der erfolgreichen Ankunft Enterprise 2.0? Interaktives Arbeiten (Brainstormen), chatten, netzwerken und virtuelle Meetings dienen verbesserter interner Kommunikation und Zusammenarbeit, so das einhellige Fazit der Berichterstattung, und obwohl das Verständnis für das Konzept gestiegen sei, verfolgten nur wenige Unternehmen eine eindeutige Strategie, fasst iBusiness zusammen. An dieser Stelle möchte ich auf das etwas andere Bild zum Thema #digitalbusiness verweisen, das unten im Twitterstream zum #imbcde- Event diese Woche facettenreich gespiegelt wird, das zeigt: konnten wir bisher unisono konstatieren: #e2.0 ist mehr als Technik, können wir heute durchaus formulieren: #digitalbusiness ist mehr als #e2.0.

Eins zeigt die Studie IMHO sehr deutlich: ja, es geht weiter mit Enterprise 2.0 und seiner Einführung im Unternehmen, die eng gekoppelt ist an die Einführung einer Plattform, also der entsprechenden Social Software im Unternehmen. Eine wirklich bemerkenswerte Aussage, vielleicht sogar die entscheidende, findet sich im Fazit der Studie: "Unternehmen mit einer klaren E2.0-Strategie, die Teil einer übergeordneten Digital-Strategie ist, geben sogar an, zu 97% erfolgreich zu sein." (Folie 17) Recht so, möchte ich ausrufen, es geht nicht nur um die E.20-Strategie, es geht um die übergeordnete Veränderung, die durch Digitalisierung ermöglicht wird, und die damit auch Fragen auf der Werteskala nach oben katapultiert, die heute noch eher mit niedrigen Prozentzahlen im unteren Bereich rangieren: höhere Zufriedenheit der Mitarbeitenden, höherer Grad an Vertrauen, Abflachen von Hierarchien / Wegfall von Hierarchieebenen etc.
Noch ein weiteres ergab die Studie, und ein Schelm wer denkt, hier könne ein Zusammenhang bestehen:
"Ein klares Optimierungspotenzial zeigt sich beim Thema Training – hier besteht ein deutliches Missverhältnis zwischen den erwarteten Kompetenzen und den angebotenen Trainings."
Mehr noch: die WiWo stellt fest, 43 % sähen keine Veränderung bei Kompetenzen, 40 % einen positiven und 48 % einen negativen Einfluss. Ein gewagtes Fazit der Wirtschaftswoche, und was unter negativem Einfluss der Kompetenzen zu verstehen ist, wird leider nicht erläutert. Und doch geht es dann irgendwie um "IT-Kompetenzen" ("Diese Veränderungen verlangen neue Kompetenzen von Mitarbeitern und Führungskräften. IT-Kompetenzen erwartet jeder zweite Studien-Teilnehmer von Mitarbeitern in einem Enterprise 2.0 Unternehmen"), um soziale und kommunikative Kompetenzen oder um eine "technische und inhaltliche Einführung in die Social-Media-Tools". Scheint also doch was dran zu sein mit den Kompetenzen - und unter uns uns gesagt: ist es auch, und auch hier gibt es ein "ist mehr als": Kompetenzerwerb ist mehr als technische und inhaltliche Einführung in Tools.

Bildquelle: http://www.tieranzeigen.net/tiere/pferde.seite3.htm    
Und Hilfe beim Kompetenzerwerb könnte in einer gewagten visionären Vorstellung durchaus das neue Tätigkeitsfeld von HR und Corporate Learning werden, verbleiben wir einmal in den Unternehmensgrößen mit diesen Units: HR könnte Steigbügelhalter sein auf dem Weg Kompetenzerwerb ab E. 20 zu Arbeiten 4.0 / Digital Business, was mit der pauschalen Umschreibung der sozialen und kommunikativen Kompetenzen, und ich ergänze um vernetzte kollaborative (mehr dazu hier) angedeutet ist. Könnte, wohlgemerkt, denn um für den Einzelnen nutzbringend Steigbügelhalter zu sein, bedarf es, selbst kompetent zu sein - es könnte sonst leicht passieren, dass der Sattel gar nicht auf dem Pferd liegt, wenn's denn davon trabt.


Lese-Empfehlung  #ibmbcde:

 

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