Freitag, 22. April 2016

Mein ganz persönlicher #a40mooc: Ich bin durch, aber noch lange fertig.

Mein Lieblingsbadge - erworben im #a40mooc und herrlich illustrierend, was mir geschehen ist: salopp formuliert, nicht nur eine Birne ist mir aufgegangen, sondern recht viele. Alle Badges habe ich nicht geschafft, denn zu zwei Themen fehlte die Zeit, mich in die Forendiskussionen einzubringen. Könnte ich durchaus noch, schließlich wird dort weiter diskutiert, aber nur um das Badges willen werde ich dies auf keinen Fall tun.

Und schließlich habe ich ja auch schon dies herunterladen können:

Nun sitze ich aber vor meinem Zertifikat, einer PDF (früher wär's Büttenpapier gewesen) und vermisse meine stolzgeschwellte Brust ob der Bescheinigung meines Erfolges.

So weit nun zu der gelungenen Kombination von tradiertem Kurse = Teilnahmebescheinigung und neueren Elementen = Gamification (Badges) zu meiner Aussage: stimmt, was auf der Bescheinigung steht: für mich war der #a40mooc ein persönlicher voller Erfolg, aber mit Sicherheit anders, als dies mit herkömmlichen Zertifikaten gemessen wird. Ein wenig möchte ich Sie und Euch nun an meinen Gedanken teilhaben lassen und verhehle nicht, dass ich sie aus der Perspektive der Bildungsbrille niederschreibe, was unschwer nachzuvollziehen ist, durfte ich denn auch Themenpatin des "Bildungs-Themen-Tages" sein.

7 Tage - 7 Themen: 

Ist das für mich zu schaffen, mich jeden Tag auf ein neues Thema einzulassen mit Frühstück, Mittag und Nachmittag-Input und persönlichem Output während der gesamten Zeit? Eine Frage zum Start des MOOC, die sicher nicht nur ich mir gestellt habe. Deren Beantwortung liegt in meinem schlichten Ja, schlicht, weil ich nicht an diese sieben Tage gebunden bin, sondern wie heute noch "nacharbeiten" konnte und kann, aber auch ja, weil ich mich frei in der Gestaltung meiner persönlichen Zeit und vor allem in den Schwerpunkten, die ich mir jeden Tag setzen konnte, empfunden habe.

Selbstorganisation der Lernprozesse, nennen wir das heute wohl, und genau darum geht es: nicht nach vorgegebenem lernzielorientiertem Takt in harmonisierter Gemeinschaft durch den Tag zu gehen, sondern ausschließlich nach dem persönlichen Drehbuch für individuelle Schwerpunkte und Fortschritte.

Verblüffendes förderte diese Möglichkeit der Selbstgestaltung für mich zutage. Ich habe noch nie morgens den Fernseher eingeschaltet, kenne also kein sog. Frühstücksfernsehen. Mit dem #a40mooc bin ich um diese Erfahrung reicher geworden, denn der Frühstückssnack war das Element, das ich mir freiwillig jeden Morgen angeschaut habe, was mich förmlich in den Tag gekickt hat und Lust machte auf die weiteren Snacks und die Auseinandersetzung damit. Ich vermisse diesen Snack schon jetzt.

Was habe ich gelernt?

Offen gestanden startete ich den #a40mooc nicht als Lernvorhaben. Das ist auf der einen Seite dem Thema geschuldet, denn dass Arbeiten 4.0 eine gesamtgesellschaftliche und ökonomische Durchrüttelung unserer Welt bedeutet, war mir bekannt. Ich war auch nicht auf der Suche nach Definitionen für irgendetwas, nach praktischen How-To Change your Life & Work-Anleitungen - wenn denn das Wort lernen überhaupt zutreffen kann, dann mit Blick auf die Fertigkeit, das, was ich weiß, erst einmal aus dem Sinn zu lassen, meine inneren Bewertungsskala in die Schublade zu legen, um mich auf das einzulassen, was mir in den Videos, in den Foren begegnete, mich lediglich mit Neugierde und wachem Interesse Neuem zu öffnen (das hat so ein wenig mit der Sache mit dem Stolz von oben zu tun - auf mich selbst á la: lass mal die eigenen Wertungen raus).

Und von Neuem gab es gigantisch Vieles für mich. Trotz Kennen der Tagesthemen und teilweise schon langjährigem Mittun in den unterschiedlichen Zusammenhängen bei einzelnen davon.

Für mein Empfinden hat Anja C. Wagner mit ihren Videos ein  Husarinnenstück gezaubert: selten habe ich so kurzweilige, so inspirierende, vor allem aber umfassend Themen beleuchtende Videos (in einem MOOC) kennenlernen können.

Diese umfassenden Veränderungen derart in attraktive Videos zu packen mit Blick über den Atlantik und wieder zurück, mit Neugierde auf das Ende jeder Long Version der Video-Interviews, ob Anja noch mal ins Bild kommt oder nicht, vor allem mit wachsendem Bedürfnis, jeden Satz mitzubekommen, ggf. noch mal kurz zurückzuspulen, um Sätze wie den von Anja mitzubekommen wie:
"Kreativität ist eine zentrale Kompetenz, die zwischenzeitlich sogar von der OECD als solche gefördert und gefordert wird. Die Kernkreativen sind Menschen, die neue Ideen und Entwicklungen zusammen denken und daraus im kollaborativen Verbund wahres Neues schaffen."
die mitten in die teilweise altbacken geführte Kompetenzdiskussion 2.0 in deutschen Landen grätschen. Oder Lisa Rosa mit dem saloppen
"Serendipity - come to me"
um auch mir direkt praktische Handlungsempfehlung zu geben: wir müssen uns Raum mit definierten Zeiten für bestimmte Dinge geben (sie nennt es framen), was mich mir Druck aus dem "Ich möchte/muss noch ein Video schauen" nahm und mich auf ein ganz klein wenig Zeiteinteilung rückbesinnen ließ.

  • Ich habe für mich wertvoll Vertiefendes gehört zu bekannten Themen, Neues zu weniger bekannten Themen,
  • ich habe Websites angeschaut, von deren Existenz ich wahrscheinlich nicht erfahren hätte, die meinen trotz Internet begrenzten Horizont erweitert haben,
  • ich habe mit dem MOOC einen Überblick und kleinen Einblick in die Veränderung unserer Welt erhalten
  • ich habe gelernt, das nicht die Definition eines Begriffes wichtig ist, sondern die Bereitschaft, mit anderen das, was da auf uns zukommt und sich eben nicht in eine glitschige Terminologie pressen lässt, zu gestalten,
  • und damit habe ich dann doch noch was gelernt: es ist enorm bereichernd, an sieben Tagen über den eigenen Tellerrand gemeinsam mit anderen zu schauen, sich einzulassen und mitzumachen.

Ich glaube, der Satz von Anja "Macht was draus" kam des öfteren vor: genau darum geht es für mich, um das, was wir jetzt draus machen. Und dafür sage ich Flowcampus danke - ich habe sehr viel erhalten, um für mich was draus zu machen.

Und für diejenigen, die glauben, sie haben den #a40MOOC verpasst: geht nicht, denn es ist noch alles offen, und wer sich seine persönlichen sieben Tage setzt, kann dann locker beruhigt, aber weltoffen und aufgeschlossen für die eigene Veränderung Richtung neues Arbeiten in den ersten Mai tanzen.

Kommentare:

  1. Hallo liebe Ellen,
    Lieben Dank für Deine Einschätzung! Ich finde die komplette Aktion richtig super und habe lange nicht so viel geschafft wie Du. Ich muss mir das etwas anders aufteilen, doch das geht glücklicherweise ja ganz einfach :)

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  2. Liebe Ellen,
    Vielen Dank für deinen Bericht. Er hat mich inspiriert, mich auf das Thema MOOC einzulassen. Gerade im Moment, wo ich tatsächlich auch die Zeit habe, kommt dieser MOOC, quasi als Serendipity, wie ein Wink, mitzumachen. Es ist spannend, endlich dieses große Areal zu betreten, von dem ich bisher nur am Rande gelesen habe. Dein Bericht war der Zündfunke, endlich konkret einzutauchen. Auf geht's!

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